Auf seinem Weg in Richtung USA hat sich der Tropensturm Nate zu einem Hurrikan verstärkt. Mit Windböen von bis zu 135 Stundenkilometern bewegte sich der Wirbelsturm am Samstag nach Nordwesten, wie das Nationale Hurrikanzentrum NHC mitteilte. Es sprach von einer "potenziell lebensbedrohlichen" Sturmflut. In Zentralamerika kamen durch Nate mindestens 28 Menschen ums Leben.

Der Wirbelsturm wird laut der Vorhersagen als Hurrikan der Kategorie zwei die US-Golfküste erreichen. In den Staaten Louisiana und Mississippi wurde der Notstand ausgerufen. Die Behörden in Louisiana ordneten die Räumung mehrerer Inseln und Küstengebiete an. In Mississippi wurden Notunterkünfte vorbereitet und Busse für die Fahrt dorthin bereitgestellt.

Mehr als 40 Prozent der bemannten Öl- und Gasplattformen im Golf von Mexiko sind wegen des Hurrikans Nate evakuiert worden. 312 der 737 Plattformen seien geräumt worden, teilte das US-Innenministerium mit. Auch von 13 der 20 Bohrinseln wurde das Personal abgezogen. Andere Bohranlagen wurden aus dem Weg des Wirbelsturms gezogen. Rund ein Fünftel des amerikanischen Öls wird im Golf gefördert.

Der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, warnte seine Landsleute: "Alle in tiefer gelegenen Gegenden rufen wir auf, sich jetzt vorzubereiten." Anders als der Hurrikan Harvey, der im August Texas verwüstete, soll Nate nach dem Auftreffen auf Land aber an Kraft verlieren und danach wieder auf den Atlantik hinausziehen.

"Nate steht vor der Haustür oder wird es bald tun", sagte Mitch Landrieu, Bürgermeister der Stadt, die 2005 von Hurrikan Katrina verwüstet wurde. Ihm zufolge geht die höchste Gefahr von starken Winden und Sturmfluten und weniger von Regen aus. Landrieu rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. "Wir haben so was schon viele Male durchgestanden. Es gibt keinen Grund zur Panik."

Nate hat in Mittelamerika mindestens 22 Menschen das Leben gekostet. Die meisten Toten gab es in Nicaragua und Costa Rica. Zahlreiche Menschen wurden noch vermisst; viele Orte blieben von der Außenwelt abgeschnitten, weil Brücken eingestürzt oder Straßen überflutet waren. In Honduras besteht Überschwemmungsgefahr wegen heftiger Regenfälle.