Die Brände in der Weinbauregion nördlich von San Francisco lassen nicht nach: Inzwischen stehen 700 Quadratkilometer Land in Flammen. Nach Behördenangaben starben 31 Menschen. Allein im Bezirk Sonoma County seien 17 Leichen gefunden worden. Seit dem Ausbruch der Flächenbrände in der Nacht zum Montag sind ganze Straßenzüge niedergebrannt, nach Schätzungen wurden mehr als 3.500 Häuser zerstört.

Die Sicherheitskräfte befürchten, noch mehr Tote zu finden, denn mehrere Hundert Menschen sind vermisst gemeldet. Suchteams würden gezielt vorgehen, sagte Polizeichef Rob Giordano. Viele Gebiete sind ohne Strom und Telefonnetz, was das Auffinden von Angehörigen schwierig macht. Zudem sei die Identifizierung der Leichen schwierig. "Wir finden Leichen, die fast unversehrt sind, von anderen Leichen sind nur noch Asche und Knochen übrig". Es sei unrealistisch, zu hoffen, dass nicht noch mehr Opfer gefunden würden, sagte Giordano.

Kalifornien - Mindestens 17 Tote bei Bränden im Weingebiet Feuerwehrmänner beschrieben die Wucht und die Menge der Brände in dem Gebiet als »so nie dagewesen«, teilweise hätten die Einsatzkräfte keine Chance die Brände einzudämmen. © Foto: Stephen Lam / Reuters

Die Bezirke Sonoma und Napa erlebten bereits den vierten Tag in dicken Rauchwolken. Bewohner flüchteten in Notunterkünfte oder kampierten an den Stränden, wo sie auf Neuigkeiten über ihre Häuser und Angehörigen warteten. Am Flughafen San Francisco wurden Dutzende Flüge gestrichen.

"Wir hatten große Feuer in der Vergangenheit. Das ist eines der größten und erheblichsten", sagte Gouverneur Jerry Brown. Die Gefahr durch die Brände sei noch lange nicht vorbei, trockener Wind könnte diese weiter befeuern.

8.000 Feuerwehrleute im Einsatz

Das kalifornische Amt für Forstwesen und Brandschutz gab bekannt, dass die Einsatzkräfte bei der Bekämpfung der Brände in der Sierra Nevada Fortschritte verbuchen könnten. Mehr als 8.000 Feuerwehrleute seien im Einsatz, zusätzliche Kräfte kämen aus anderen US-Staaten und Ländern wie Kanada oder Australien. Der Leiter des Amtes sprach von 21 Waldbränden, eines der Feuer habe sich gar auf 113 Quadratkilometer ausgebreitet. "Die Vegetation ist geradezu explosiv", sagte Ken Pimlott. "Die Feuer verändern sich im Minutentakt und sind sehr dynamisch."

Bei starken Winden breiteten sich die Flammen aber auch an anderen Stellen weiter aus. Am Mittwoch hatten die mehr als 5.000 Einwohner von Calistoga den Befehl erhalten, ihre Häuser schnell zu räumen. Einige blieben trotz der Warnung und sind nun auf sich gestellt. Die Feuerwehr könne keine Rettung garantieren, sagte der Bürgermeister des Ortes.

Im Süden Kaliforniens konnten Feuerwehrleute angesichts kühleren Wetters und feuchter Meeresluft Teile eines Waldbrands erfolgreich bekämpfen. Sie rechnen damit, das Feuer bis Samstag vollständig eindämmen zu können. Einige Bewohner sind inzwischen in ihre Häuser zurückgekehrt.

Die Ursache der Feuer ist weiter ungeklärt. Möglicherweise seien einige Brände im Windsturm am Wochenende durch umgestürzte Stromleitungen ausgelöst worden, hieß es.