Bei einem Anschlag mit Autobomben in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind nach Polizeiangaben mindestens 25 Menschen getötet worden. Mehr als 30 weitere wurden verletzt. Die Behörden schlossen nicht aus, dass sich die Zahl der Todesopfer noch weiter erhöht. Ein Polizist sagte, dass sich die erste Explosion am Samstagnachmittag in der Nähe des bei Politikern und Regierungsmitarbeitern beliebten Hotels Nasa Hablod ereignete.

Kurz nach der ersten Explosion wurden in der Gegend zwei weitere Detonationen vernommen. Eine davon ereignete sich, als ein Angreifer eine Sprengstoffweste zündete. Auch Schüsse sollen gefallen sein. Kämpfer der Al-Shabaab-Miliz sollen zudem das Hotel gestürmt haben. Sicherheitskräfte konnten am Abend 30 Menschen aus dem Gebäude retten.

Nach Angaben der Polizei hatten sich die Extremisten im obersten Stockwerk des Hotels nahe dem Präsidentenpalast verschanzt. Nach zehn Stunden war die Belagerung zu Ende, wie die örtliche Polizei sagte. Lokalen Medienberichten zufolge wurden einige der Angreifer erschossen, andere wurden lebend gefasst. An dem Anschlag sollen mindestens fünf Milizkämpfer beteiligt gewesen sein.

Früherer Vizeminister unter den Toten

Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz reklamierte kurz nach der Explosion der ersten Autobombe die Tat für sich. Die Terrormiliz teilte außerdem mit, dass ihre Kämpfer im Hotel seien.

Der somalische Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed sagte in einer Stellungnahme, seine Regierung werde den Terroristen trotzen. Der Anschlag werde sie nicht davon abhalten, gegen Al-Shabaab vorzugehen. "Ich teile die Trauer der Familien und Freunde angesichts dieser neuen tödlichen Attacke hier in Mogadischu", sagte der Präsident. Unter den Toten waren laut Sicherheitskräften auch ein früherer Vizeminister und ein ehemals leitender Polizist.

Vor zwei Wochen waren mehr als 350 Menschen bei einem heftigen Bombenanschlag auf einer belebten Straße in der somalischen Hauptstadt getötet worden. Es war der bislang schwerste Anschlag in Somalia. Die Regierung des ostafrikanischen Landes machte auch für diese Tat Al-Shabaab verantwortlich.

Die Extremistengruppe Al-Shabaab greift häufig wichtige Gegenden von Mogadischu an. Die mit der Terrororganisation Al-Kaida verbündeten Al-Shabaab-Kämpfer wollen in Somalia einen sogenannten Gottesstaat errichten.