Landgericht Bochum - Werner Mauss wegen Steuerhinterziehung verurteilt Der ehemalige Geheimagent soll Einkünfte in Höhe von 35 Millionen Euro unterschlagen haben. Er wurde zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. © Foto: Bernd Thissen/dpa

Der frühere Geheimagent Werner Mauss ist zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Bochum stellte Steuerhinterziehung in zehn Fällen fest.

Die Richter zeigten sich überzeugt davon, dass Mauss unter einem Decknamen große Vermögenswerte im Ausland versteckt und dadurch zwischen 2002 und 2011 Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hat. Die Anwälte des 77-jährigen Ex-Agenten kündigten jedoch unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, Revision einzulegen. Sie warfen den Richtern vor, entlastenden Beweisen "nicht zugänglich" gewesen zu sein.

Vor Gericht hatte Mauss die Vorwürfe von sich gewiesen und Freispruch gefordert. Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten gefordert.

Der Prozess hatte im September vergangenen Jahres begonnen. In den Gerichtsverhandlungen ging es vor allem um einen Geheimfonds, dessen Existenz der frühere Kanzleramtsminister Bernd Schmidbauer im Januar bestätigte. Mauss habe aus diesem Fonds seine Operationen finanziert. Das Geld sei intern als "internationale Reserve" bezeichnet und von anderen Staaten eingezahlt worden – unter anderem von den USA. 

Maus argumentierte, bei den Konten im Ausland, die unter seinem Namen liefen, habe es sich ausschließlich um diese "internationale Reserve" gehandelt. Er habe das Geld treuhänderisch verwaltet, es sei nicht ihm privat zuzuordnen. Genau das sah die Staatsanwaltschaft jedoch anders.

Der Richter sprach von einer "beeindruckenden Lebensleistung"

Mauss hatte in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt verdeckt für Bundesregierung und Polizeibehörden gearbeitet – unter anderem bei der Befreiung von Geiseln. Er soll 1976 an der Wiederbeschaffung des gestohlenen Kölner Domschatzes in Belgrad mitgewirkt haben, ebenso im selben Jahr an der Festnahme des RAF-Terroristen Ralf Pohle in Athen. Über die Aktivitäten von Mauss, der über die Jahre verschiedene Identitäten angenommen hatte, gibt es wenig offizielle Informationen, dafür aber viele Gerüchte und Anekdoten. Auf seiner Homepage behauptet Mauss, an der Festnahme von etwa 2.000 Kriminellen beteiligt zu sein.

Richter Markus van den Hövel sprach in der Urteilsbegründung nun von einer "beeindruckenden Lebensleistung", die bei der Urteilsfindung berücksichtigt worden sei. Neben der Bewährungsstrafe wurde außerdem die Zahlung von 200.000 Euro an karitative Organisationen angeordnet.