Jeden Tag sterben nach Angaben der UN etwa 15.000 Kinder unter fünf Jahren. Laut einem Bericht von Unicef, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank starben im vergangenen Jahr 5,6 Millionen Kinder. Im Jahr 2000 waren es noch 9,9 Millionen. Rund 7.000 Kinder sterben pro Tag bereits als Neugeborene. Ihr Anteil stieg im selben Zeitraum von 41 Prozent auf 46 Prozent. Weitere 7.300 Babys werden bereits tot geboren.

Die Ursachen sind dem Bericht zufolge häufig Lungenentzündungen und Durchfall. Außerdem würden viele Kinder durch Umweltdreck und mangelnde Hygiene sterben, teilte die WHO bereits im März mit. Ein Drittel aller Neugeborenen stirbt wegen komplizierter oder zu früher Geburten. Viele Neugeborene könnten gerettet werden, wenn die Mütter während der Schwangerschaft und bei der Geburt besser versorgt werden würden, sauberes Wasser und Zugang zu Toiletten hätten. Außerdem müssten mehr Kinder geimpft werden.

Es sei ein Skandal, dass 2017 Schwangerschaft und Geburt in einigen Regionen noch immer lebensbedrohlich für Frau und Kind seien, sagte der Gesundheitsdirektor der Weltbank, Tim Evans. Bis 2030 könnten mit besserer Versorgung laut dem Bericht 30 Millionen Neugeborene und 30 Millionen weitere Kinder unter fünf Jahren gerettet werden. "Wir haben das Wissen und die Möglichkeiten, wir müssen sie nur dort hinbringen, wo sie am meisten benötigt werden", sagte Stefan Swartling Peterson, Unicef-Gesundheitsdirektor.

Lage in Indien, Pakistan und Nigeria schlecht

Die Hälfte aller Todesfälle bei Neugeborenen gibt es demnach in fünf Ländern: Indien (24 Prozent der Todesfälle), Pakistan (zehn Prozent), Nigeria (neun Prozent), Demokratische Republik Kongo (vier Prozent) und Äthiopien (drei Prozent). Im vergangenen Jahr hatte der Vizedirektor von Unicef, Justin Forsyth, gesagt, dass die Zahl der toten Kinder drastisch reduziert werden könnte, wenn "in 74 Ländern die Ausgaben nur um zwei Prozent angehoben werden".

Der Bericht zur weltweiten Kindersterblichkeit wird jährlich von der UN Interagency Group for Child Mortality Estimation (IGME) veröffentlicht. Sie setzt sich aus Unicef, Weltgesundheitsorganisation, Weltbank und der UN Population Division zusammen. In diesem Jahr war auch erstmals die Sterblichkeitsrate von Kindern zwischen fünf und 14 Jahren erhoben worden. In dieser Altersgruppe starben 2016 rund eine Million Kinder.