Der Oberste Gerichtshof von Großbritannien hat der schottischen Regierung die Einführung eines Mindestpreises für Alkohol erlaubt. Dadurch soll die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch gesenkt werden. Die Maßnahme sei "ein angebrachtes Mittel, um ein legitimes Ziel zu erreichen", entschied das Gericht. Mit der Entscheidung endet ein langjähriger Rechtsstreit zwischen der schottischen Regierung und den Whiskyproduzenten.

Die schottische Premierministerin Nicola Sturgeon twitterte, sie sei  "hoch erfreut" über den Ausgang des Verfahrens. Die Schotten kaufen deutlich mehr Alkohol als die restlichen Briten. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Todesfälle wegen Alkoholmissbrauch in Schottland um 10 Prozent auf 1.265 gestiegen. Das Problem sei vor allem billiger, starker Alkohol, sagte die schottische Gesundheitsministerin.

Eine Alkoholeinheit soll zukünftig mindestens 50 Pence kosten. Eine 0,7-Liter-Flasche Whisky kostet dadurch mindestens 14 Pfund (15,60 Euro), eine 0,75-Liter-Flasche Wein mindestens 4,69 Pfund (5,20 Euro). Die Whiskyproduzenten teilten mit, die Entscheidung zu akzeptieren.

"Wir erwarten, dass die Zahl der Alkoholtoten pro Jahr durch die Einführung eines Mindestpreises von 50 Pence pro Alkoholeinheit um 120 Todesfälle sinken wird", sagte Petra Meier, Leiterin der Forschungsgruppe für Alkohol an der Sheffield Universität. Laut den Wissenschaftlern handelt es sich um eine effektive Maßnahme, weil sie auf "billige Getränke mit hohem Alkoholgehalt abzielt, die von den größten und am meisten gefährdeten Trinkern konsumiert werden".