Trotz einer rückläufigen Tendenz wird in Deutschland im Durchschnitt noch immer fast jeden Tag ein Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft verübt. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundeskriminalamt (BKA) in einer neuen Auswertung, die der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt. Demnach wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 211 solcher Angriffe verübt.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Übergriffe wurde dem Bericht zufolge ein rechtsradikaler Hintergrund ermittelt, bei einigen weiteren Taten wird dieser zumindest vermutet. Bei den meisten Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung, Schmierereien und Propaganda sowie Überfälle und Gewaltdelikte. Auch zwölf Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen wurden verübt.

Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr Attacken gezählt als vor der Flüchtlingskrise 2014. Damals wurden im Gesamtjahr 199 Fälle registriert.

Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Zahl der Fälle dagegen geringer aus: In den ersten neun Monaten 2016 gab es mit 866 Anschlägen mehr als viermal so viele Angriffe. Im gesamten Jahr waren es rund 1.000 Fälle. 2015 wurden zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 1.031 Anschläge gezählt.