Der italienischen Mafiachef Salvatore "Totò" Riina ist im Alter von 87 Jahren in Parma gestorben. Das berichten italienische Medien. Riina war eine der Führungsfiguren der italienischen Mafia Cosa Nostra. Er saß eine mehrfach lebenslängliche Haftstrafe wegen Mordes ab und starb im Krankentrakt des Hochsicherheitsgefängnisses. Riina litt an Nierenkrebs und Herzproblemen und hatte mehrere Operationen hinter sich.

Die italienische Tageszeitung La Repubblica kommentierte, Riina habe "seine Geheimnisse für immer mit ins Grab genommen". Riina war in den Achtziger- und Neunzigerjahren Kopf der Cosa Nostra und für viele der aufsehenerregende Mafiamorde Italiens verantwortlich. Darunter waren die Anschläge auf die Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino und die Ermordung des sizilianischen Regionalpräsidenten Piersanti Mattarella. Insgesamt wurden Riina 150 Auftragsmorde zur Last gelegt. Das Urteil lautete 26 Mal lebenslange Haft. Nach Überzeugung der italienischen Justiz steckte Riina auch hinter Anschlägen in Rom, Mailand und Florenz, bei denen 1993 zehn Menschen starben.

Riina saß seit 1993 unter höchsten Sicherheitsbedingungen in Haft. Er hatte unter normalen Umständen keinen Besuch empfangen dürfen, kurz vor seinem Tod erlaubte der italienische Gesundheitsminister Riinas Frau und dreien seiner vier Kinder, Abschied zu nehmen. Der älteste Sohn befindet sich wegen vierfachen Mordes im Gefängnis.

Im Sommer hatte die italienische Öffentlichkeit über die Frage debattiert, ob Riiina wegen seines schlechten Gesundheitszustandes vorzeitig in Freiheit entlassen werden dürfe. Rina sagte damals, er bereue nichts. "Sie werden mich niemals brechen, selbst wenn sie mir 3.000 Jahre geben." Die Richter entschieden gegen den Freigang. Es gebe konkrete Anhaltspunkte, dass Riina trotz Alter und Haft noch immer Kopf der Cosa Nostra sei, hieß es zur Begründung.