Im Jahr 2020 werden in deutschen Hochschulen mindestens 40.000 Flüchtlinge eingeschrieben sein. Das geht aus einer Studie des Stifterverbands und der Unternehmensberatung McKinsey hervor. Demnach könnten es auch doppelt so viele sein, wenn Faktoren wie fehlende Sprachkenntnisse, gesundheitliche Probleme und finanzielle Hürden behoben werden würden. "Die Motivation vieler Flüchtlinge in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft in Deutschland ist besonders hoch", heißt es in der Studie.

Die Autoren der Studie fordern, das Potenzial in der Zeit von der Einreise bis zur Aufnahme eines Studiums durch den Ausbau und die Förderung von studienvorbereitenden Sprach- und fachlichen Kursen an Hochschulen zu stärken. Die richtige Zuordnung von Flüchtlingen im Bildungssystem sollte durch eine Erfassung von Kompetenzen und eine frühzeitige Bildungsberatung sichergestellt werden.

Flüchtlinge und Zuwanderer könnten einen größeren Mangel an Arbeitskräften in Deutschland verhindern. Allein in den sogenannten Mint-Berufen sind in Deutschland fast 500.000 Stellen offen. Deutschland gewinne auch aus den Herkunftsstaaten vieler Flüchtlinge immer mehr Mint-Kräfte, teilte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) kürzlich in einem Report mit. Waren 2012 erst 2.711 Menschen aus Eritrea, Irak, Afghanistan und Syrien in technischen Berufen beschäftigt, waren es im ersten Quartal 2017 schon mehr als 10.000. Über alle Mint-Berufe hinweg waren 8,4 Prozent der Stellen von Ausländern besetzt.

Grundlage für die Studie sind Gespräche mit den Mitgliedsunternehmen des Stifterverbandes, Wissenschaftsorganisationen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Der Report basiert auch auf jährlich erhobenen Daten des Statistischen Bundesamtes, des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Ein Teil der Daten stammt aus frei zugänglichen Veröffentlichungen der Institutionen.