Bei zwei Anschlägen nahe der Stadt Deir al-Sur im Osten Syriens hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mindestens 20 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Die Terroristen zündeten ein mit Sprengstoff beladenes Auto in einer Gruppe von Flüchtlingen. Über die Zahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben: Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtete von 26 Toten und Dutzenden Verletzten, die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana ging von 20 Toten und 30 Verletzten aus.

Unter den Getöteten seien zwölf Kinder gewesen, schrieb die Beobachtungsstelle. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von zehn getöteten Kindern. Die Angaben der Beobachtungsstelle können nicht unabhängig überprüft werden. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien.

Am gleichen Tag detonierte außerhalb der Stadt eine Autobombe, durch die laut Sana30 weitere Menschen verletzt wurden. Der Tatort liegt südlich der Stadt in einem von der Armee kontrollierten Gebiet.

Zivilisten auf der Flucht

Die meisten der Getöteten waren der Beobachtungsstelle zufolge zuvor aus Dörfern am östlichen Ufer des Euphrat geflohen, um in ein Aufnahmelager in der Nachbarprovinz Hassaka im Nordosten des Landes zu gelangen. Der Anschlag fand in der Nähe des Jafra-Ölfelds statt, das von den USA unterstützte Rebellen im September vom IS zurückerobert hatten.

Die Rebellen kämpfen gegen die von Russland unterstützten syrischen Regierungstruppen, um die ölreiche Provinz an der irakischen Grenze unter ihre Kontrolle zu bringen. Ein Großteil der Provinz wurde seit 2014 vom IS beherrscht.

Mindestens sieben Tote nach Kämpfen in Damaskus

Auch bei Kämpfen in Damaskus und dem Umland sind laut syrischen Aktivisten und einem Regierungsmedium mehrere Menschen gestorben. In dem Vorort Duma seien bei Luftangriffen der Regierung mindestens fünf Kinder und zwei Notfallhelfer getötet worden, teilten zwei oppositionsnahe Gruppen mit. Zwei weitere Zivilisten seien dort ebenfalls gestorben, berichteten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und das Ghouta Media Center. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, bei Rebellenangriffen auf ein Viertel von Damaskus seien drei Zivilisten getötet worden.

Am Freitag hielten in der syrischen Hauptstadt und dem Umland Kampfhandlungen den vierten Tag an, obwohl für die Region mit ausländischer Unterstützung ein Waffenstillstand ausgehandelt worden war.