Bei dem Anschlag in New York ist eine Deutsche verletzt worden. Das teilte das Auswärtige Amt mit. Bei der mutmaßlich islamistischen Attacke in Manhattan starben acht Menschen, es gebe aber kein deutsches Todesopfer, hieß es aus dem Ministerium.

Die Bundesregierung zeigte sich betroffen. "Entsetzt über den schlimmen terroristischen Manhattan-Anschlag", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Er sprach den Opfern und Familien sein Beileid aus und bekräftigte, Deutschland stehe an der Seite von New York.

Ein 29-Jähriger war am Dienstag im Südwesten von Manhattan mit einem Kleinlaster in Fußgänger und Fahrradfahrer gefahren und hat dabei acht Menschen getötet und elf Menschen verletzt. Unter den Toten waren nach Angaben der Behörden der jeweiligen Länder eine Belgierin sowie fünf Argentinier. Die Ermittler gehen von einem islamistisch-extremistischen Hintergrund aus. Es werde nach niemandem mehr gefahndet, es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt, teilten die Behörden mit. Bürgermeister Bill de Blasio bezeichnete den Angriff als "besonders feigen Terrorakt".

Tatwagen bei Baumarkt gemietet

Als der Fahrer aus dem Auto ausstieg, hielt er zwei Waffen hoch, die sich im Nachhinein als relativ ungefährliche Paintballpistole und Luftgewehr herausstellten. Ein Polizist schoss dem Mann in den Bauch, er wurde festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde er operiert, laut Medienberichten wird erwartet, dass er überlebt.

Die Washington Post berichtet außerdem unter Berufung auf Ermittler, dass in dem Tatwagen Notizen gefunden wurden, in denen sich der Tatverdächtige Sayfullo S. auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) beruft. Bisher vermuten die Ermittler demnach, dass S. als vom IS inspirierter Einzeltäter gehandelt haben könnte, der nicht direkt von der Terrormiliz Anweisungen erhalten habe. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

Acht Tote bei Anschlag mit Kleinlaster Bei einem Anschlag mit einem Kleintransporter sind in New York acht Menschen getötet und mindestens elf weitere verletzt worden. Die Behörden gehen vom Attentat eines Einzeltäters aus. © Foto: Andrew Kelly/Reuters

Den Tatwagen hat der mutmaßliche Attentäter im US-Bundesstaat New Jersey gemietet und ist dann damit nach Manhattan gefahren. Das berichtet mehrere US-Medien übereinstimmend. Laut New York Times wurde in der Nähe einer Filiale der Baumarktkette Home Depot, wo der weiße Pick-up-Truck ausgeliehen wurde, außerdem ein Kleinlaster gefunden, der dem Terrorverdächtigen gehören soll.

Tatverdächtiger arbeitete für Uber

S. stammt aus Usbekistan und lebt seit 2010 in den USA. In Ohio soll er zunächst als Lkw-Fahrer gearbeitet haben, berichteten Anwohner der New York Times. Nach einem Umzug nach Paterson im Bundesstaat New Jersey habe er außerdem als Fahrer für den Fahrdienst Uber gearbeitet, teilte das Unternehmen der Zeitung mit. Uber habe alle bekannten Informationen an die Behörden weitergeleitet.

Die Sicherheitsvorkehrungen in New York wurden verstärkt. Ein traditionsreichen Halloweenumzug, den es seit 1973 gibt, fand in zwei Kilometern Entfernung statt. Es gebe keine Hinweise auf eine andere akute Bedrohung in der Stadt, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Donald Trump sei über den Vorfall informiert worden und werde auf dem Laufenden gehalten. Trump meldete sich zudem via Twitter zu Wort: "Es sieht wie eine weitere Attacke einer sehr kranken und gestörten Person aus", schrieb Trump. Später kündigte er an, dass er seine Regierung angewiesen habe, die Sicherheitsüberprüfungen zu verschärfen. "Ich habe das Heimatschutzministerium gerade damit beauftragt, unser schon jetzt extremes Programm an Sicherheitsüberprüfungen zu intensivieren", twitterte Trump. Sollte sich die Einschätzung der Sicherheitsbehörden bestätigen, wäre dies der erste islamistisch motivierte Terroranschlag in der Amtszeit von Präsident Trump.