Bei der Verteilung von Hilfslieferungen ist es im Süden Marokkos zu einer Massenpanik gekommen. Mindestens 17 Menschen starben, mindestens 38 wurden verletzt. Das sagte der Leiter einer örtlichen Jugendorganisation, Rachi al-Wasat. Auch das Innenministerium bestätigte den Vorfall. Ein Großteil der Opfer seien Frauen.

Demnach ereignete sich die Massenpanik im Dorf Sidi Boulalam, als eine örtliche Hilfsorganisation auf einem Markt Essen verteilen wollte. Die Nachrichtenseite Alyaoum24 berichtete, dass Menschen niedergetrampelt worden seien, weil alle auf dem Markt an die Hilfslieferungen gelangen wollten.

König Mohammed VI. stellte den Opfern und deren Familien umgehende Hilfe in Aussicht. Auch das Innenministerium teilte mit, dass der König für die Versorgung der Verletzten und die Bestattung der Toten aufkommen werde.

Sidi Boulalam liegt etwa 150 Kilometer südwestlich von Casablanca in der Provinz Essaouira. In Marokko verteilen private Sponsoren, Hilfsorganisationen und die Behörden häufig Nahrungsmittelhilfen, insbesondere in abgelegenen Teilen des Landes. Oft werden dazu die wöchentlichen Märkte genutzt, für die Menschen aus der gesamten Umgebung anreisen.

Zuletzt hatte eine Dürre die landwirtschaftliche Produktion in Marokko beeinträchtigt. Der Preis für Grundnahrungsmittel war dadurch weiter gestiegen. Dadurch kam es in Teilen des Landes zu Versorgungsengpässen.