Die türkische Polizei hat mindestens 100 mutmaßliche Extremisten mit Verbindungen zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen. Unter den Verdächtigen, die bei zeitgleichen Razzien in mehreren Bezirken Istanbuls gefasst wurden, seien 82 Ausländer, berichtete die halbstaatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Sie hätten in Syrien oder dem Irak gekämpft oder geplant, dorthin zu fahren, hieß es. Aus welchen Ländern die Verdächtigen stammen, wurde nicht bekannt.

Nach Angaben von Anadolu wurden zudem bei einer Razzia in Adana im Süden der Türkei elf mutmaßliche syrische IS-Anhänger festgenommen. In Izmir im Westen des Lands gab es weitere sieben Festnahmen. Erst am Donnerstag hatte die Polizei in Ankara mehr als 170 mutmaßliche IS-Extremisten festgenommen.

Die Sorge vor Anschlägen ist in der Türkei an diesem Wochenende besonders groß. Am Freitag ist der 79. Todestag des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk. Feierlichkeiten finden jährlich zum Todestag in der Türkei statt. Zudem werden Tausende Türken am Sonntag in Istanbul zusammenkommen, wenn der jährliche Istanbul-Marathon ausgetragen wird.

Nach Angaben des türkischen Nachrichtenportals T24 sollen 800 IS-Mitglieder aus Syrien in die Türkei gekommen sein. T24 beruft sich auf Aussagen der Generalstaatsanwaltschaft von Ankara.