Malta - Zehn Verdächtige nach Mord an Journalistin festgenommen Fast zwei Monate nach der Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia hat die Polizei mehrere Personen festgenommen. Caruana Galizia war durch eine Autobombe getötet worden. © Foto: Alessandro Bianchi/Reuters

Auf Malta sind nach dem Mord an der regierungskritischen Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia Verdächtige festgenommen worden. Zunächst acht Malteser seien am Montagmorgen in einem gemeinsamen Einsatz an verschiedenen Orten gefasst worden, sagte Maltas Premierminister Joseph Muscat. Sie würden verdächtigt, den Anschlag mit einer Autobombe durchgeführt zu haben. Ob sie auch die Auftraggeber waren, ist unklar. Später twitterte Muscat, dass zwei weitere Verdächtige festgenommen worden seien.

Die 53-Jährige, die mehrere Korruptionsaffären aufgedeckt hatte, war am 16. Oktober in der Nähe ihres Hauses durch eine unter ihrem Auto befestigte Bombe getötet worden. Nach der Ermordung gab es auf Malta Protesten gegen Korruption und gegen eine Unterwanderung des politischen Systems durch Kriminelle.

Die Verdächtigen müssen nun innerhalb der nächsten 48 Stunden befragt werden. Sie sollen bereits eine Zeit lang beobachtet worden sein.

Unter anderem recherchierte die Journalistin und Bloggerin zu Vorwürfen in den Panama Papers, die sich gegen den sozialdemokratischen maltesischen Regierungschef Muscat und dessen Frau richteten. An den Ermittlungen zu ihrer Ermordung ist das FBI, Europol und die finnische Sicherheitsbehörde beteiligt gewesen.