Sie hatten sexuelle Übergriffe öffentlich gemacht. © TIME

Das US-Magazin Time hat den Frauen und Männern, die mit der #MeToo-Bewegung das Schweigen über sexuelle Übergriffe gebrochen haben, den Titel "Person des Jahres 2017" verliehen. Auf die Titelseite der aktuellen Ausgabe setzte die Zeitschrift Frauen wie Schauspielerin Ashley Judd, Sängerin Taylor Swift und die Software-Entwicklerin Susan Fowler.

Judd hatte gemeinsam mit anderen Frauen die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein losgetreten, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden. Swift hatte erfolgreich einen Radiomoderator verklagt, der ihr an den Po gegrapscht hatte. Fowler hatte eine Unternehmenskultur voller Sexismus beim Fahrdienstanbieter Uber beschrieben, die Firmenchef Travis Kalanick schließlich das Amt kostete.

"Die mitreißenden Handlungen der Frauen auf unserer Titelseite gemeinsam mit Hunderten anderen sowie vielen Männern haben eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er Jahren freigesetzt", teilte Chefredakteur Edward Felsenthal zur Entscheidung der Redaktion mit.

Die Entscheidung für die Frauen der #MeToo-Bewegung traf auf breite Zustimmung. Auch Angela Merkel begrüßte die Wahl. Die Kanzlerin bedankte sich für den Mut der Frauen und "für die weltweite Diskussion, die sie damit angestoßen haben". Twitter-User kritisierten indes, dass Donald Trump im vergangenen Jahr auf dem Titel zu sehen gewesen war – trotz der Vorwürfe sexueller Belästigung im letzten Jahr. Dieses Jahr landete der US-Präsident auf Platz zwei.

Seit Anfang Oktober waren Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen namhafte Schauspieler, Politiker, Journalisten und andere Männer bekanntgeworden, darunter Schauspieler Kevin Spacey, Moderator Charlie Rose, Comedian Louis C.K. und Senator Al Franken. Im Internet hatten weltweit insbesondere Frauen mit dem Hashtag #MeToo von sexuellen Übergriffen berichtet.

Time Magazine - #MeToo zur Person des Jahres gekürt Das US-Magazin »Time« hat die Frauen hinter der #MeToo-Bewegung zur Person des Jahres erklärt. Die Kampagne habe eine rasante kulturelle Veränderung freigesetzt, begründete der Chefredakteur die Entscheidung. © Foto: Lucy Nicholson/Reuters