Die Zahl der weltweiten Migranten ist in diesem Jahr auf mehr als eine Viertelmilliarde gestiegen. Wie das UN-Sekretariat für Wirtschaft und Soziales bekannt gab, leben damit schätzungsweise 258 Millionen Menschen nicht mehr in ihrem Geburtsland. Das seien 49 Prozent mehr als die 173 Millionen im Jahr 2000. Der Anteil von Migranten an der Weltbevölkerung habe seitdem von 2,8 Prozent auf 3,4 Prozent zugenommen. 

Der Migrationsbericht der UN wird alle zwei Jahre veröffentlicht. Der zuständige UN-Sekretär Liu Zhenmin sagte bei der Vorstellung: "Verlässliche Daten und Belege sind entscheidend, um falschen Wahrnehmungen über Migration entgegenzutreten." Die neuen Schätzungen seien wichtig für alle UN-Mitglieder, die über ein Migrationsabkommen verhandeln.

Dem Bericht zufolge leben 60 Prozent der Migranten in Asien (etwa 80 Millionen) und Europa (78 Millionen). Nordamerika kommt unter den Kontinenten mit etwa 58 Millionen Migranten auf Platz 3, gefolgt von Afrika (25 Millionen), Süd- und Mittelamerika (zehn Millionen) und Ozeanien (acht Millionen).

Nicht nur die Verteilung auf Kontinente, sondern auch die auf Länder ist ungleich. Dem Bericht zufolge leben zwei Drittel (67 Prozent) aller Migranten in zehn Ländern. Die größte Einwanderungsnation sind dabei die USA mit 50 Millionen. Saudi-Arabien, Deutschland und Russland kommen auf jeweils etwa zwölf Millionen, gefolgt von Großbritannien mit neun Millionen.

Belgrad - Die Flucht als Spiel Sie überqueren Flüsse, verstecken sich in Güterzügen und nennen es ihr Spiel. Zwei Flüchtlinge haben ihren Weg mit der Kamera festgehalten. Das Video zeigt Ausschnitte © Foto: Romina Vinci

Zahlreiche Flüchtlinge in ärmeren, muslimischen Ländern

Etwa zehn Prozent der Migration weltweit entfällt auf Flüchtlinge und Asylsuchende. Diese Gruppe zählte 2016 25,9 Millionen. Davon halten sich mehr als drei Millionen in der Türkei, 2,9 Millionen in Jordanien, 2,2 Millionen in der palästinensischen Autonomiegebieten, 1,6 Millionen im Libanon und 1,4 Millionen in Pakistan auf.

Das UN-Flüchtlingskommissariat hat aufgrund einer unterschiedlichen Definition abweichende Zahlen: Laut des UNHCR-Jahresberichts waren im vergangenen Jahr weltweit 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Die UN registrierten damit einen Anstieg um 300.000 im Vergleich zu 2015, als 5,8 Millionen neue Flüchtlinge registriert worden waren. Damit hatten die Flüchtlingszahlen 2016 den höchsten jemals erfassten Stand erreicht.

106 Millionen, also etwa 40 Prozent der Migranten, kommen aus Asien. 61 Millionen Einwanderer seien aus Europa, 38 Millionen aus Süd- und Mittelamerika und 36 Millionen aus Afrika. Indien ist mit 17 Millionen das größte Herkunftsland von Einwanderern, gefolgt von Mexiko mit 13 Millionen, Russland (elf Millionen), China (zehn Millionen) und Bangladesch (sieben Millionen). Auf die Bürgerkriegsländer Syrien und Ukraine entfallen sieben beziehungsweise sechs Millionen der weltweiten Migranten.

Migranten insgesamt älter geworden

Weniger als die Hälfte der Migration geht auf Frauen zurück. Ihr Anteil verkleinerte sich von 49 Prozent im Jahr 2000 auf 48 Prozent im Jahr 2017, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. So ist die Mehrheit der Migranten aus Europa, Nordamerika, Ozeanien und Mittelamerika weiblich, wohingegen aus Afrika und Asien mehr Männer als Frauen auswandern.

Der Median, also nicht der Durchschnitts-, sondern der Mittelwert der Statistik, liegt bei 39 Jahren. Dieser Wert hat sich im Vergleich zu 2000 erhöht, als er bei 38 Jahren lag. Wie der UN-Bericht jedoch betont, sei das Alter von Migranten aus Asien, Süd- und Mittelamerika und Ozeanien geringer geworden.