Der nahe Neuss auf einen Güterzug aufgefahrene Personenzug hätte den Gleisabschnitt nicht befahren dürfen. Der Güterzug habe dagegen ordnungsgemäß gehalten und auf das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof erwartet, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen. Damit sei diese Strecke zwischen Krefeld und Köln für den nachfolgenden Verkehr eigentlich gesperrt gewesen. Warum der Personenzug die Strecke trotzdem befuhr, sei bislang nicht geklärt.

Bei dem Zugunglück am Dienstag wurden nach Angaben der Bundespolizei 9 Menschen schwer und 41 leicht verletzt. Schuld an dem Unfall ist der Ermittlungsbehörde zufolge aber nicht unbedingt der Lokführer. Womöglich seien Signale falsch geschaltet gewesen. Die Fahrtenschreiber beider Züge seien sichergestellt und ausgelesen worden. Auch in den Stellwerken seien Informationen gesichert, der Bahnfunkverkehr sei ebenfalls aufgezeichnet worden. Die Bundesstelle stufte die Kollision als schweren Unfall ein, bei der die Schadenshöhe von zwei Millionen Euro überschritten sein dürfte.

Nach Angaben der Feuerwehr Meerbusch befanden sich 155 Menschen in dem Personenzug. Bei dem Unglück verkeilte sich der vordere Wagen des Personenzugs stärker, die weiteren Waggons entgleisten oder standen weitgehend unbeschädigt auf den Schienen. Auch Waggons des Güterzugs entgleisten. Die Bergungsarbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an. Der Lokführer des Regionalzugs verhinderte ersten Erkenntnissen zufolge mit einer Vollbremsung Schlimmeres. Bei dem Aufprall wurde der Lokführer in seiner Fahrerkabine selbst verletzt. Er konnte gerettet werden, stand aber unter Schock.    

Zugunglück in Meerbusch - Zugführer hat offenbar Schlimmeres verhindert Laut dem Bahnunternehmen National Express hat der Zugführer vor dem Zusammenprall mit einem Güterzug eine Vollbremsung eingeleitet. Bei dem Unglück wurden acht Menschen schwer verletzt. © Foto: Roland Weihrauch/dpa