Die Berliner Polizei hat die seit Jahren besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg geräumt. Die befürchteten Ausschreitungen zwischen Polizei und Gegnern der Räumung blieben dabei am Morgen aus. Die Beamten hätten bei der Aktion niemanden angetroffen, twitterte die Polizei."Die leeren Räumlichkeiten wurden von der Gerichtsvollzieherin soeben dem Bezirk übergeben." 

Etwa 200 Menschen hatten sich am Morgen vor dem Gelände versammelt, um gegen die Aktion zu protestieren. Nach Abschluss der Räumung kamen weitere hinzu, der RBB berichtete von "einigen Hundert". Sie wollten am Vormittag zum Kreuzberger Oranienplatz ziehen, sagte eine Polizeisprecherin. Danach werde die Polizei entscheiden, wie lange das Gebäude noch bewacht werden solle. 

Schon am Vortag hatte die Polizei das Schulgelände abgesperrt, um Blockaden der Zugangswege zu vermeiden. Zuletzt hatten elf Flüchtlinge in der leerstehenden Schule gewohnt, seit fünf Jahren war die Schule besetzt. Der Räumung war ein jahrelanger Streit vorausgegangen.

Das Berliner Landgericht hatte am Mittwoch den Weg freigemacht zur Räumung des seit mehr als fünf Jahren besetzten Gebäudeteils. Bis vor Kurzem harrten dort nach Gerichtsangaben noch 23 Menschen aus. Die leerstehende Gerhard-Hauptmann-Schule war 2012 von mehreren Hundert Flüchtlingen und anderen Menschen besetzt worden.

Im Mai 2014 wollte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg das Gebäude räumen lassen, brach das Vorhaben aber nach heftigen Protesten ab. Danach erlaubte der Bezirk den Besetzern, vorübergehend in der Schule zu bleiben, bestand aber weiter auf deren Auszug. Nach mehreren Aufforderungen erwirkte der Bezirk schließlich ein Räumungsurteil gegen die letzten Besetzer. Auf dem Gelände soll ein Flüchtlingszentrum entstehen.