Wegen Sondereinsätzen und neuer Aufgaben hat die Polizei im vergangenen Jahr laut einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung bundesweit 22 Millionen Überstunden angehäuft. Die Zahl beruht auf Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und bezieht sich auf alle Beamten auf Bund- und Landesebene. Schon 2016 wurden 22 Millionen Überstunden erfasst, 2015 rund 20 Millionen.

Allein bei der Bundespolizei stieg die Zahl 2017 nach Angaben des Bundesinnenministeriums auf knapp 2,4 Millionen Überstunden, das entsprach im Schnitt 53,3 Stunden pro Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es zwei Millionen Überstunden gewesen. Die Gründe lägen vor allem in außergewöhnlichen Ereignissen. "Allein beim Einsatz zum G20-Gipfel in Hamburg sind Zigtausende Überstunden angefallen", sagte Malchow. Wegen der hohen Terrorgefahr müssen Malchow zufolge viel mehr Leute im Einsatz sein als früher, sei es auf Weihnachtsmärkten oder für den Objektschutz. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln vor zwei Jahren sei auch am Silvesterabend mehr Personal nötig gewesen.

Weiterhin stelle die Einwanderung die Polizei vor Herausforderungen. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft DPolG, Rainer Wendt, sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, Tausende Beamte seien immer noch bei Grenzkontrollen im Einsatz. Die Polizei müsse zudem mehr Flüchtlingsunterkünfte schützen und mehr Präsenz zeigen, "weil Menschen dort auf engstem Raum die Nerven verlieren und Straftaten begehen". Da die Polizei keine Reserven habe, gingen diese neuen Aufgaben "voll auf den Rücken der Beamten".

"Überlastung ist ein Sicherheitsproblem"

Das alles bekämen laut Malchow auch die Bürger zu spüren. "Die Überlastung der Polizei ist ein Sicherheitsproblem", warnte der GdP-Chef. "Ermittler müssen auch Zeit haben zu ermitteln." Immer seltener könnten Polizisten auf der Straße Streife gehen, wodurch die Alltagskriminalität wie Diebstahl oder Einbrüche zunehme.

Die Gewerkschaft GdP fordert deswegen eine Aufstockung um 20.000 Stellen. Das Bundesinnenministerium sieht dagegen eine Entlastung, weil die Bundesregierung für die Bundespolizei bereits 7.500 zusätzliche Stellen bis 2020 beschlossen habe.