Messerangriff in Hamburg - Angeklagter legt Geständnis ab Der Angeklagte Ahmad A. räumt ein, im Juli 2017 in einem Supermarkt auf Kunden eingestochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem religiösen Motiv aus. © Foto: Markus Scholz/dpa

Der Angeklagte im Mordprozess um den Messerangriff in einem Hamburger Supermarkt hat zu Prozessbeginn ein Geständnis verlesen lassen. "Er bekennt sich in allen Anklagepunkten ausdrücklich schuldig", sagte der Anwalt des Angeklagten vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts.

"Die Taten hatten aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund", erläuterte der Anwalt weiter. Der Angeklagte habe unter einer sehr großen Anspannung gestanden, aus der heraus er die Taten begangen habe.

Ende Juli vergangenen Jahres hatte ein Angreifer in Hamburg-Barmbek wahllos auf Kunden eines Supermarktes eingestochen. Ein 50 Jahre alter Mann starb, sechs weitere Menschen wurden verletzt.

Staatsanwaltschaft sieht islamistische Gesinnung

Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen abgelehnten Asylbewerber. Die Festnahme des 26-jährigen Palästinensers löste eine Debatte über die Abschiebung von ausreisepflichtigen Flüchtlingen aus. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte gesagt, dass der Festgenommene mangels fehlender Papiere nicht habe abgeschoben werden können. Auch die psychische Versorgung von Flüchtlingen wurde nach der Tat diskutiert.

Laut Bundesanwaltschaft handelte der Angeklagte aus einer islamistischen Gesinnung heraus. Ihm sei es darum gegangen, so viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens wie möglich zu ermorden. Die Anklage hält ihn für voll schuldfähig und wirft ihm Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor. 

Hinweise darauf, dass er in ein Dschihadistennetzwerk eingebunden sein könnte, fanden die Ermittler nicht. Er ist deshalb wegen Mordes und Mordversuchs angeklagt, nicht wegen Terrorismus.