Ein Polizist aus München war offenbar an den gewaltsamen Protesten rund um den G20-Gipfel in Hamburg vom Juli beteiligt. Gegen den Beamten werde wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt, teilte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums München mit. Das bayerische Landeskriminalamt ermittelt demnach in dem Fall.

Wegen der Schwere des Vorwurfs sei der Beamte vorläufig vom Dienst suspendiert worden, sagte die Sprecherin weiter. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen sei ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Zu Name oder Alter des Beamten wollte die Behörde keine Angaben machen.

Bei dem Treffen der Staatschefs war es vor allem im Hamburger Schanzenviertel zu Krawallen, Angriffen auf die Polizei und Plünderungen gekommen. Trotz des Einsatzes von mehr als 20.000 Polizisten zündeten Randalierer zahlreiche Autos an und plünderten Geschäfte. Hunderte Einsatzkräfte wurden verletzt.

Einem Bericht der Welt zufolge soll der Mann am Vorabend des Gipfels mit Bierdosen auf Beamte gezielt haben. Demnach wird auch gegen seine Hamburger Freundin wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Laut dem Bericht wurden die Münchner Wohnung des Mannes und die seiner Freundin in Hamburg durchsucht. 

Laut Welt wurde der Verdächtige von Kollegen identifiziert. Aufnahmen von den Krawallen in Hamburg waren demnach in die polizeiinterne G20-Fahndung des BKA gelangt. So konnten bundesweit Polizisten auf sie zugreifen – so auch die Münchner Kollegen des Mannes.