In Mexiko wurden an einem einzigen Tag mindestens 31 Menschen getötet. Allein in der Stadt Ciudad Juárez, die an den US-Bundesstaat Texas grenzt, starben 21 Menschen, darunter vier Frauen und ein Kind. Berichten lokaler Medien zufolge wiesen einige der Opfer Spuren von Folter auf.

Nach Informationen der städtischen Sicherheitsbehörde hätten die meisten der Getöteten einen Bezug zum Sinaloa-Drogenkartell. Es gilt als eine der mächtigsten Drogenhandelsorganisationen weltweit. Seine Mitglieder konkurrieren mit dem verfeindeten Juárez-Kartell um Einfluss in der Region.

Immer wieder kommt es in Mexiko zu Gewalt- und Racheakten unter Mitgliedern rivalisierender Drogenhändlerringe. Zunehmend werden dabei auch Familienangehörige getötet. Die allgemeine Sicherheitslage werde durch diese Auseinandersetzungen jedoch nicht unmittelbar beeinträchtigt, behauptet der Bürgermeister von Ciudad Juárez, Armando Cabada: "Diese Zunahme an Morden bedeutet keinen Kontrollverlust im Sicherheitsbereich, sondern ist Resultat eines Konfliktes zwischen kriminellen Gruppen." 

Im vergangenen Jahr waren in Mexiko zwischen Januar und November rund 26.500 Morde verzeichnet worden. Als einen möglichen Grund dafür sehen Experten das Machtvakuum, das nach der Auslieferung des Drogenbosses El Chapo entstanden ist. Verschiedene Kartelle bekriegten sich nun, um sich die Vorherrschaft im mexikanischen Drogengeschäft zu sichern.