Im vergangenen Jahr haben 3.116 Menschen den Versuch einer Einreise nach Europa über das Mittelmeer nicht überlebt. Das waren etwa 2.000 Menschen weniger als noch 2016, als die Internationale Organisation für Migration (IOM) 5.143 tote Bootsflüchtlinge registrierte.

Wie die UN-Organisation mit Sitz in Genf weiter mitteilte, ereigneten sich die meisten Todesfälle – 2.832 – auf dem Weg nach Italien. 223 Menschen starben vor der spanischen Küste, 61 in den Gewässern vor Zypern und Griechenland. 

Sowohl die Zahlen der IOM als auch die der europäischen Grenzschutzagentur Frontex zeigen, dass die Zahl der illegalen Migranten im vergangenen Jahr rückgängig ist. So verzeichnete die UN-Organisation einen Rückgang von 52,8 Prozent von 2016 auf 2017, die Statistiker der Frontex zählten 2017 rund 60 Prozent weniger illegale Grenzübertritte als im Vorjahr. Dies gilt demnach auch für die zentrale Mittelmeerroute, auf der laut Frontex 119.000 Migranten in die EU kamen.

Rekordankunft in Spanien

Zugleich zählten die EU-Grenzschützer an der spanischen Küste so viele ankommende Flüchtlinge wie noch nie. 2017 registrierten sie dort insgesamt 22.900 illegale Grenzübertritte – doppelt so viele wie im Jahr 2016. Die meisten in Spanien ankommenden Migranten stammen demnach aus Algerien, Marokko oder westafrikanischen Ländern.

Frontex begründet die steigende Zahl vor allem mit einer besseren Ausrüstung der Schleuser. Diese nutzten – vor allem für die Überfahrt von Marokko zum spanischen Festland – bessere und größere Boote und könnten so deutlich mehr Menschen transportieren.