Der Hamburger Kinderschutzbund hat die Justiz vor Anfragen Rechtsextremer gewarnt, die Vormund minderjähriger Flüchtlinge werden wollen. Das bestätigte ein Sprecher der Sozialbehörde. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass wegen des Rückgangs der Flüchtlingszahlen derzeit nur wenige Vormunde benötigt würden.

Nach Angaben des Hamburger Kinderschutzbundes vertreten ehrenamtliche Vormünder minderjährige Flüchtlinge bis zum Erreichen der Volljährigkeit rechtlich und begleiten sie im Lebensalltag. Dabei gehe es unter anderem um die Schul- und Ausbildungswahl, die medizinische Versorgung, die Neuordnung der Lebensverhältnisse und um die Pflege der Beziehung zur Herkunftsfamilie.

Aktivisten der rechtsextremen Identitären Bewegung hatten dazu aufgerufen, Flüchtlingsvormund zu werden, um "über vorhandene falsche Erwartungen an ihr Gastland" zu reden. Ein Sprecher der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung bestätigte einen entsprechenden Internetbeitrag.

Demnach haben sich Aktivisten des Hamburger Ablegers bereits beraten lassen und planen Schulungen zu dem Thema. Zuerst hatte das Onlineportal Vice darüber berichtet. Der Vice teilte die zuständige Hamburger Behörde aber mit, dass die Chancen der Rechtsextremen auf eine Vormundschaft nur gering seien: "Wir überprüfen jeden Bewerber".