Der erste Prozess um die Pariser Terroranschläge vom November 2015 ist mit einem Freispruch und zwei Haftstrafen zu Ende gegangen. Es sei nicht bewiesen, dass der 31-Jährige den beiden Terroristen eine Unterkunft verschafft habe, um sie vor den Ermittlern zu verbergen, sagte die zuständige Richterin des Pariser Strafgerichts. Die beiden Mitangeklagten erhielten dagegen Haftstrafen von fünf und vier Jahren.

Bei den Anschlägen auf das Stade de France, die Konzerthalle Bataclan und mehrere Restaurants waren 130 Menschen getötet worden. Die Terrororganisation IS bekannte sich zu den Angriffen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 31-jährigen Hauptangeklagten vorgeworfen, seine Wohnung zwei Attentätern zur Verfügung gestellt zu haben, unter ihnen der mutmaßliche Drahtzieher. Der Angeklagte sagte dagegen aus, er habe nicht gewusst, dass es sich bei den beiden um die damals meistgesuchten Personen in Frankreich handelte. Das Gericht glaubte ihm. Die Staatsanwaltschaft, die vier Jahre Haft für ihn gefordert hatte, will das Urteil anfechten. 

Als erwiesen sah es das Gericht dagegen an, dass der zweite Angeklagte Mittelsmann für die Attentäter gewesen sei. Er soll fünf Jahre ins Gefängnis. Der dritte Angeklagte wurde für schuldig befunden, den Behörden den Aufenthaltsort der Angreifer verschwiegen zu haben.

Es ist der erste Prozess in Frankreich im Zusammenhang mit den Anschlägen vom November 2015. In Brüssel steht derzeit mit Salah Abdeslam der wahrscheinlich einzige überlebende Attentäter vor Gericht. In dem Verfahren geht es zunächst um Schüsse auf Polizisten vor seiner Festnahme in Belgien, erst danach kann ihm in Frankreich der Prozess gemacht werden.