Im Prozess um die Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und ein Kongresszentrum (ICC) in Dresden hat der Angeklagte Nino K. ein Geständnis abgelegt. Der 31-Jährige gab zu, im September 2016 vor der Fatih Camii Moschee selbstgebaute Rohrbomben in einem Eimer mit brennbaren Stoffen abgestellt und mittels Zeitschaltuhr gezündet zu haben. Den Mordvorwurf wies er jedoch zurück. "Ich hatte nie vor, Menschen zu verletzen oder gar in die Gefahr des Todes zu bringen", sagte er. Es sollte nach seinen Worten lediglich "einen Feuerball und einen lauten Knall" geben. "Ich wollte nur ein Zeichen setzen." Zum Tatzeitpunkt befand sich die Familie des Imams in der Moschee.

K. gab zu seiner Verteidigung an, er habe kein Licht gesehen und sei davon ausgegangen, dass sich keine Menschen in dem Moscheegebäude befanden. Als er später hörte, dass die Familie des Imams in dem Gebäude war, sei er schockiert gewesen. "Ich möchte deutlich sagen, dass ich die Tat bereue." Auch zur Attacke auf das ICC bekannte er sich schuldig, ohne Details zu nennen. Nachfragen zu seiner Erklärung ließ K. nicht zu.

Sprengstoffanschläge in Dresden

Bei den Anschlägen entstand ein Sachschaden, verletzt wurde niemand. Die Anklage wirft K. vor, aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt zu haben. Der Angeklagte habe "als bekennender Anhänger der islamfeindlichen Pegida-Bewegung und aufgrund seiner außerordentlichen Abneigung gegenüber Ausländern muslimischen Glaubens" gehandelt, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz bei der Anklageverlesung. K. äußerte sich dazu nicht.

Nach Informationen des Twitter-Projektes Straßengezwitscher verlas K. am 13. Juli 2015 im Dresdner Stadtzentrum auf einer Kundgebung einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Darin drohte er, wenn Merkel so weitermache, "dann gnade Ihnen Gott". "Denn von uns werden Sie keine Gnade erhalten." Auch setzte er Merkel den Informationen zufolge mit Hitler und dem DDR-Regime gleich. Merkel werde sich eines Tages vor Gericht für ihre Taten verantworten müssen.

Ermittler fanden weitere Bomben

K. war zweieinhalb Monate nach der Tat verhaftet worden. Dabei fanden Ermittler einen 4,6 Kilogramm schweren Spreng- und Brandsatz. Der Angeklagte gab an, dass es sich um Silvesterfeuerwerk gehandelt habe. Zugleich räumte er ein, zwei weitere Sprengsätze hergestellt zu haben, die Ermittler an der Elbe gefunden hatten.

Die Anschläge vor der zentralen Feier zum Tag der deutschen Einheit hatten 2016 bundesweit für Aufsehen gesorgt. K. werden unter anderem versuchter Mord und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Zunächst hatte der Angeklagte sowohl in der Untersuchungshaft als auch vor Gericht geschwiegen. Ein Urteil in dem Verfahren wird für Anfang April erwartet.