Nachdem ein Mann vor einer Woche auf Migranten geschossen hatte, sind in der italienischen Stadt Macerata Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren. 

Berichten italienischer Medien zufolge schätzten die Veranstalter die Teilnehmerzahl auf rund 30.000. Unter den Demonstrierenden seien Mitglieder antifaschistischer Organisationen, Unterstützende linker Parteien, Gewerkschafterinnen und Beschäftigte sozialer Einrichtungen gewesen. Auch in anderen Städten, etwa in Mailand, fanden Demonstrationen gegen Rassismus statt.

Teile der Stadt waren abgesperrt und der öffentliche Nahverkehr war eingestellt worden. Nach Informationen des Innenministeriums verlief die Demonstration friedlich und ohne Ausschreitungen. Der Bürgermeister von Macerata hatte sich zuvor gegen eine antifaschistische Demonstration ausgesprochen. 

Zur Kundgebung kam es, nachdem ein 28-jähriger Italiener am 3. Februar in Macerata aus einem fahrenden Auto auf Migranten geschossen hatte. Sechs Menschen wurden verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Der Schütze war bei den Gemeindewahlen im vergangenen Jahr als Kandidat der rechtspopulistischen Lega Nord angetreten. Als Grund für den Angriff soll der geständige Täter einen Mordfall genannt haben, in dem eine junge Italienerin getötet worden war und ein Nigerianer festgenommen worden war.

Am 4. März wählt Italien ein neues Parlament. Seit der Attacke von Macerata wird das Thema Migration im Wahlkampf verstärkt diskutiert. Matteo Salvini, Parteichef der Lega Nord, hatte angekündigt, in seinem ersten Amtsjahr 150.000 Migrierte abzuschieben, sollte seine Partei stärkste Kraft im Parlament  und er Ministerpräsident werden.