Mit Schüssen aus einem fahrenden Auto hat ein Mann im mittelitalienischen Macerata sechs Menschen verletzt. Eines der Opfer habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten, sagte Bürgermeister Romano Carancini dem Sender Sky TG24. Nach Polizeiangaben handelt es sich um fünf Männer und eine Frau. Sie seien alle schwarz und stammten aus dem Ausland.

Im Zentrum der 42.000-Einwohner-Stadt in der Region Marken nahm die Polizei später einen Verdächtigen fest. Die Beamten fanden bei ihm eine Pistole. Medienberichten zufolge handelt es sich um den 28 Jahre alten Luca T., der bei Gemeindewahlen 2017 als Kandidat der rechtspopulistischen Lega Nord angetreten war. Den Berichten zufolge hat T. die Tat gestanden. Nach den Schüssen machte er laut Augenzeugen einen faschistischen Gruß vor einem Kriegsdenkmal der Stadt und schrie "Viva Italia!".

Die Behörden stellten zunächst keine Verbindung zu einem Verbrechen her, das kürzlich landesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. In Macerata war in dieser Woche eine junge Frau auf grausame Weise getötet worden. Die Leichenteile waren in zwei Koffern gefunden worden. Der Hauptverdächtige ist ein nigerianischer Einwanderer.

Ausländerfeindlichkeit ist Wahlkampfthema

Am 4. März wählen die Italiener ein neues Parlament. Ausländerfeindlichkeit ist ein zentrales Thema im Wahlkampf. Der Anführer der Lega Nord, Matteo Salvini, hatte den Mord bei Wahlkampfauftritten angesprochen. Er kündigte an, in seinem ersten Amtsjahr 150.000 Migranten abzuschieben, sollte seine Partei stärkste Kraft im Parlament werden und er zum Ministerpräsidenten ernannt werden.

Regierungschef Paolo Gentiloni appellierte am Samstag an das Verantwortungsbewusstsein der Parteien. "Hass und Gewalt werden es nicht schaffen, uns auseinanderzutreiben", sagte Gentiloni in Rom. "Grausame Straftaten und kriminelles Verhalten werden verfolgt und bestraft, das ist das Gesetz." Auch Ex-Regierungschef Matteo Renzi rief die Parteien dazu auf, den Vorfall in Macerata vom Wahlkampf zu trennen.