Im Skandal um Oxfam sind neue Vorwürfe laut geworden. Die frühere Spitzenmangerin der Hilfsorganisation, Helen Evans, berichtete in einem Interview mit dem britischen Fernsehsendunger Channel 4, dass Oxfam-Mitarbeiter häufiger Frauen zu Sex als Gegenleistung für Hilfen in Notlagen gezwungen haben sollen. Eine entsprechende Stellungnahme postete die frühere Oxfam-Managerin auch auf Twitter. 

Evans war von 2012 bis 2015 für die Hilfsorganisation tätig. In dieser Zeit habe sie von mehreren solcher Fällen gehört, sagte Evans. Dabei hätten Mitarbeiter der NGO auch die Not der Frauen ausgenutzt, um Sex zu erpressen. Die frühere Oxfam-Managerin kritisierte auch, dass die Organisation solche Fälle nur ungenügend aufgeklärt habe. 

Vizechefin ist bereits zurückgetreten

Nach Berichten über Partys von Oxfam-Mitarbeitern mit Prostituierten in Haiti im Jahr 2010 und im Tschad im Jahr 2006 war am Montag die britische Vizechefin Penny Lawrence zurückgetreten.

Sie übernahm damit die "volle Verantwortung" für das Verhalten von Mitarbeitern in der Karibik und in Afrika, auf das nicht angemessen reagiert worden sei. Als Lawrence 2006 zu der Organisation in Großbritannien stieß, war sie als Programmdirektorin für Teams in Dutzenden Ländern zuständig – unter anderem auch für die Länder, in denen es zu den Vorfällen kam.