Kabul - Tote und Verletzte bei Selbstmordanschlag Der Anschlag ereignete sich zu Beginn der Feiern zum persischen Neujahrsfest. Neben der Terrormiliz »Islamischer Staat« bekannten sich die radikalislamischen Taliban zu der Tat. © Foto: SHAH MARAI/AFP/Getty Images

Bei einer Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind viele Menschen getötet worden. Der Anschlag richtete sich gegen schiitische Muslime, die zum persischen Neujahrsfest Nouruz zusammengekommen waren, berichtet das Innenministerium. Es habe mindestens 26 Tote und 18 Verletzte gegeben, sagte der stellvertretende Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi. Zuvor hatte das Umweltministerium von acht Toten und 20 Verletzten bei einer Explosion im Viertel Kart-e Tschar nahe der Universität Kabul gesprochen. 

Ein Polizeisprecher der Stadt sagte, der Attentäter habe sich im Viertel Kart-e Sachi in die Luft gesprengt. In dem Viertel im Westen Kabuls liegt der Blaue Schrein, eine schiitische Moschee. Der Attentäter habe sich zu Beginn der Neujahrsfeiern der Moschee nähern wollen, sei aber aufgrund der strengen Bewachung nicht näher herangekommen. Stattdessen habe er seine Bombe vor dem Aliabad-Krankenhaus gezündet, sagt das Innenministerium.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat den Anschlag für sich reklamiert. Die IS-Nachrichtenagentur Amak berichtete, "ein Selbstmordanschlag mit einer Sprengstoffweste" habe eine "Ansammlung von Schiiten während ihrer Neujahrsfeier in Kabul" getroffen. Die Schiiten in Afghanistan waren in der Vergangenheit wiederholt Ziel von Anschlägen eines Ablegers des IS.

Kabul immer wieder Ziel schwerer Anschläge

Islamisten halten das Neujahrsfest Nouruz für heidnisch. Nouruz wird weltweit am kalendarischen Frühlingsbeginn, am 21. März, gefeiert. In Afghanistan ist es ein beliebtes Familienfest. Neben Familienbesuchen wird es in der Öffentlichkeit gefeiert. Menschen kommen auf Plätzen vor Moscheen zu Tausenden zusammen, um gemeinsam zu beten und sich zu unterhalten.

Kürzlich hatte es in Kabul immer wieder schwere Anschläge gegeben, zu denen sich der IS und die Taliban bekannten. Im Februar waren bei einer Serie von Anschlägen in Kabul und den Provinzen Farah und Helmand mindestens 23 Menschen getötet worden. Darunter war auch ein Selbstmordattentat in der Nähe des Nato-Hauptquartiers, das die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich reklamierte.