Ein Ableger der Extremisten-Organisation Al-Kaida reklamiert einem Medienbericht zufolge die Angriffe in Burkina Faso mit acht Toten vom Freitag für sich. Die in benachbarten Mali beheimatete Islamisten-Gruppe JNIM habe sich zu den Taten bekannt, berichtete die Agentur Al Akhbar aus Mauretanien. Die JNIM habe damit Vergeltung auf die Tötung einer ihrer Anführer durch französische Kräfte vor einigen Tagen reagiert.

Bewaffnete hatten am Freitag in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou die französische Botschaft und das Militärhauptquartier des westafrikanischen Landes angegriffen. Dabei töteten sie nach offiziellen Angaben acht Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Außerdem wurden acht Angreifer getötet. Augenzeugen berichteten von bewaffneten Männern, die im Zentrum der Stadt aus einem Auto gesprungen seien und das Feuer auf Passanten eröffnet hätten. Dann seien sie Richtung französische Botschaft gestürmt. Zeitgleich sei eine Autobombe vor dem Hauptquartier der Armee und dem benachbarten französischen Kulturzentrum explodiert.

Burkina Fasos Nachbarland Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Bis heute sind zahlreiche französische Soldaten in Mali stationiert. Auch die Bundeswehr ist dort an einer UN-Mission beteiligt, deren Ziel die Friedenssicherung ist.

In den vergangenen Jahren haben islamistische Extremisten ihre Anschlagsaktivitäten in Westafrika verstärkt, neben Burkina Faso unter anderem in Mali, in der Elfenbeinküste und in Niger. Frühere Angriffe in Burkina Faso wurden von Verbündeten der radikalislamischen Al-Kaida verübt. Die Extremisten hatten dies mit der Beteiligung des Landes am Kampf gegen Islamisten in der Sahel-Zone begründet.