Im US-Staat Alabama ist ein Mann hingerichtet worden, der laut seiner ehemaligen Anwälte unter Schizophrenie litt. Die Anwälte hatten sich noch bemüht, das Todesurteil abzuwenden und den obersten Gerichtshof der USA gebeten, zu intervenieren.

Michael Wayne Eggers war für schuldig befunden worden, im Jahr 2000 seine Chefin erwürgt zu haben. Gegen das Urteil hatte Eggers zunächst Berufung eingelegt. 2016 zog er den Antrag aber überraschend zurück und bat den Staat Alabama, seine Exekution rasch einzuleiten.

Laut seinen Anwälten glaubte Eggers, Gegenstand einer Verschwörung der Regierung zu sein. Er wolle "lieber sterben als sich von Anwälten vertreten lassen, die seine Wahnvorstellung über seinen Fall nicht teilen". Trotzdem hatten sich die Anwälte an den Obersten Gerichtshof mit der Bitte gewandt, zu intervenieren. Eggers war gegen die Bemühungen seiner Anwälte und hatte deren Antrag beim Supreme Court nicht zugestimmt. Der Generalstaatsanwalt von Alabama bat das Gericht darum, die Todesstrafe vollstrecken zu dürfen. Der 50 Jahre alte Mann war daraufhin am Donnerstagabend mit einer Giftspritze hingerichtet worden.

Hinrichtungen - Die Todesstrafe In mehr als 23 Ländern wurde im Jahr 2016 die schlimmste aller Strafen vollstreckt. Wo und wie Staaten Verurteilte hinrichten, fasst das Video zusammen. © Foto: Patrick Hertzog / AFP / Getty Images

Weitere Hinrichtung in Georgia

Auch im US-Bundesstaat Georgia gab es eine Hinrichtung. Der 67 Jahre alte Carlton Gary war 1986 wegen Mord, Vergewaltigung und Einbruch verurteilt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Gary zwischen in den Jahren 1977 und 1978 neun ältere Frauen im Westen von Georgia angegriffen, sieben von ihnen starben. Gary wurde unter dem Namen "Stocking Strangler" (Strumpfwürger) bekannt, weil die meisten seiner Opfer mit Strümpfen gewürgt wurden. 

Das staatliche Gremium für Begnadigungen in Georgia hatte es zuvor abgelehnt, die Todesstrafe nicht zu vollstrecken. Anträge von Garys Anwälten bei staatlichen und Bundesgerichten waren ebenfalls nicht erfolgreich. Gary wurde ebenfalls am Donnerstagabend mit einer Giftspritze hingerichtet.

Beide waren jeweils die ersten Häftlinge, die in Alabama und Georgia in diesem Jahr hingerichtet worden sind. 

Die Nutzung der Giftspritze ist umstritten. Weil europäische Unternehmen die ursprünglichen Wirkstoffe nicht mehr an US-Gefängnisse liefern, werden dort teilweise andere Mischungen ausprobiert. Das hatte bereits dazu geführt, dass Verurteilte sich lang quälten, bevor sie starben. Der US-Bundesstaat Oklahoma hatte deswegen angekündigt, Häftlinge künftig durch die Inhalation von Stickstoff hinzurichten.