In diesem Jahr sind in Afghanistan bereits mehr als 54.000 Menschen aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus einem Bericht der Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) der Vereinten Nationen (UN) hervor. Demnach wurden allein in der vergangenen Woche fast 12.000 Menschen von Kampfhandlungen vertrieben.

Besonders stark betroffen sind die Menschen in der Region Kundus. Von dort seien in diesem Jahr bereits mehr als 13.600 Menschen geflohen, heißt es in dem Bericht. Die Provinz ist schwer umkämpft, bis vor einigen Jahren war dort noch die Bundeswehr stationiert. Am Montag hatte die afghanische Luftwaffe in der Region ein mutmaßliches Treffen von Taliban-Kämpfern angegriffen und nach unterschiedlichen Angaben zwischen 15 und 60 Menschen getötet. Darunter waren offenbar Zivilisten.

Bei den erhobenen Zahlen handelt es sich um Menschen, die innerhalb Afghanistans auf der Flucht sind. Diese sogenannten Binnenflüchtlinge gehören zu den verwundbarsten Gruppen, warnen die UN. Zu Beginn des Jahres hatten die UN geschätzt, dass etwa 900.000 Afghanen unter "unmenschlichen Bedingungen" in Camps leben. Im vergangenen Jahr waren etwa 450.000 Binnenflüchtlinge registriert worden, 2016 waren es 660.000. Ob diese Menschen weiterhin ohne Heimat sind, ist nach Angaben der UN kaum festzustellen. Viele Regionen seien wegen der Kämpfe kaum zugänglich.