Gegen starke Schmerzen verschreiben die Ärzte nicht selten Antidepressiva, jedoch in Mengen, die weit unter der therapeutischen Dosis für Ängste und Depressionen liegen. Obwohl mehrere Studien gezeigt haben, dass die Medikamente gut wirken, reagieren die Patienten häufig zurückhaltend. Sie befürchten, abhängig zu werden oder starke Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen.

Durchfälle lassen sich mit Loperamid, Colestyramin oder in schweren Fällen mit Opiumtinktur lindern, die allerdings allesamt vom Arzt verschrieben werden müssen. Gegen Blähungen helfen dagegen oft schon Kümmel, Fenchel, Anis sowie in manchen Fällen auch bestimmte chinesische Heilkräuter, die man sich nach traditionell medizinischen Diagnosekriterien zusammenstellen lassen kann.

Wer Verstopfung hat, kann Flohsamenpräparate ausprobieren oder sich Prokinetika verschreiben lassen. Abzuraten ist hingegen von Ballaststoffen, wie sie in Weizenkleie oder Leinsamen enthalten sind. Denn sie fördern die Gasbildung im Darm. Auch fette Speisen, Hülsenfrüchte, Gewürze, Alkohol, Nikotin, Kaffee sowie zu viel Obst und Milchprodukte sollten RDS-Kranke mit Vorsicht genießen.

Mit am wichtigsten ist jedoch die „Seelenpflege“. Betroffene sollten ihre Stressfaktoren in Beruf und Familie identifizieren und mithilfe von Entspannungsübungen oder einer Psychotherapie mildern. Denn ohne seelisches Gleichgewicht findet der Darm vermutlich nie seine Balance. Beate Wagner

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