Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

selbst das Wetter ist durcheinander. Orkantief Sebastian kam gestern nach Ansicht auch unseres Meteorologen viel zu früh für einen Herbststurm. (Mutmaßungen des Wettermanns, das könne "vielleicht mit der Windmesse in Husum zu tun haben", kommentieren wir hier nicht.) Jedenfalls gab es im ganzen Norden Orkanböen, Gewitter und Starkregen, Kitas machten zu, Fähren fuhren nicht, selbst das Touristenparadies Helgoland war vorübergehend nicht erreichbar.

In Hamburg gab es zwei Todesopfer: Ein Mann wurde von einem Baugerüst erschlagen, ein anderer stürzte mit dem Rollstuhl in die Elbe. Umgestürzte Bäume behinderten den Bahnverkehr, Planten un Blomen schloss sicherheitshalber am frühen Nachmittag. Sofern sich Orkan Sebastian wirklich für die Husumer Windmesse interessierte, hatte er Pech: Als er sich näherte, wurden die meisten Ausstellungshallen eilends geräumt. Und für den Abend und die Nacht erwartete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie dann das Übliche: steigende Pegel an Nordseeküste und Elbufer. Sie hatten doch nicht am Fischmarkt geparkt?

Mag sein, dass einige der bekanntermaßen feuerwerkswilden Hamburger selbst darin einen Anlass sehen könnten, Raketen gen Himmel zu schießen und es kräftig krachen zu lassen; natürlich nur den Touris aus Pinneberg und Kassel zuliebe. Wir hatten ja, vielleicht erinnern Sie sich, vor kurzem die Frage einer Leserin an die Parteien weitergereicht, die Frage nämlich, ob man sich traue, zum zweifelhaften Status Hamburgs als Feuerwerkshauptstadt der Republik Stellung zu beziehen.

Und jetzt kam Antwort. Von der ÖDP. "Wir setzen uns für eine drastisch reduzierte Anzahl von Feuerwerken ein", schreibt Tobias Montag vom ÖDP-Landesvorstand. "Eine steuerliche Mehrbelastung von Feuerwerkskörpern ist zu prüfen; der Verkauf – zum Beispiel zu Silvester – ist deutlich zu begrenzen." Unter Umständen käme auch "ein Verbot privater Feuerwerke in Betracht". Dies bedeute jedoch nicht das generelle Aus für Feuerwerke in der Stadt; städtische Feuerwerke solle es weiterhin geben.

Kommt da etwa ein neues Wahlkampfthema in Sicht, das Hamburger Wahlkampfthema – und zugleich das Alleinstellungsmerkmal der ÖDP? "Im Zusammenhang mit der Luftreinhaltung ist es uns jedoch wichtiger", fügt Montag schnell hinzu, "die Umweltbelastung durch (Kreuzfahrt-)Schiffe deutlich zu senken, da diese für einen Großteil der Schadstoffe verantwortlich sind". Zugegeben, dieses Thema ist nicht ganz so neu.

"Wir brauchen keine Planwirtschaft!" – Bürgerschaft diskutiert über Pflege

Neben Regen und Orkanböen ein weiteres Zeichen dafür, dass der "Sommer" passé ist: Die Bürgerschaft tagt wieder. Nach neun Wochen Pause kam das Parlament gestern zusammen – und statt sich nun tiefenentspannt auf den Bänken zu fläzen, zeigten sich die Abgeordneten kampfeslustig. Wahlkampf-Syndrom oder Politik-Entzug? Jedenfalls ging es schon zu Beginn hoch her: Gegen den Personalmangel in Krankenhäusern forderte die Linke Sofortmaßnahmen, der Senat solle Mindestpersonalgrenzen als Qualitätskriterium in den Hamburger Krankenhausplan aufnehmen, so die Idee, die allerdings nicht gut ankam: "Wir brauchen keine Planwirtschaft!", polterte Wieland Schinnenburg von der FDP, der vor "bürokratischen Monstern" warnte und dafür plädierte, bei Bedarf Hilfskräfte einzustellen (es gibt längst Bedarf, nur wo sind die Kräfte?). Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks verwies auf die bundesweit einheitlichen Personalstandards, die im Januar 2019 in Kraft treten sollen (die allerdings nicht wissenschaftlich ermittelt, sondern von Kassen und Kliniken festgelegt werden, welche wiederum finanzielle Interessen verfolgen). Der Rat der Senatorin an die Linke: "Warten Sie doch mal ab, bevor Sie kritisieren!" Eine "Insellösung" für Hamburg sei unmöglich, so Prüfer-Storcks, sonst seien "gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Krankenhäuser" nicht mehr garantiert. Ob das auch die Menschen besänftigt, um die es doch eigentlich gehen müsste – die Patienten und die Pflegekräfte? "Wenn die Krankenhäuser nicht freiwillig genug Personal vorhalten, müssen sie dazu gezwungen werden", schrieb uns gestern Christoph Kranich nach der abgebrochenen Aktion zur Händedesinfektion in Krankenhäusern. Der Sprecher des Hamburger Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus unterstützt die Forderung nach einer tariflichen Personalbemessung. "Sollte es zu Streiks kommen", schreibt Kranich, "werden Patienten dies begrüßen."

Reduzierung auf Kinder

Die einen haben sie, die anderen nicht: Kinder. Manche, weil sie nicht können, andere, weil sie nicht wollen, und wieder andere, weil es sich schlicht nie ergeben hat. Na und?! Melanie Schehl ist 44, Beraterin, kinderlos – und glücklich. Letzteres können viele nicht verstehen. "Nur weil wir Frauen Kinder bekommen können, sollten wir doch nicht auf diese Rolle reduziert werden!", sagt sie. Eine Frau ohne Kinder sei kein Fehler im System und müsse noch lange nicht verzweifelt sein. "Es geht so viel um das, was wir haben, und nicht darum, wer wir sind." ZEIT:Hamburg-Kollege Kilian Trotier hat sie zum Gespräch getroffen, hat sich mit ihr über das Nicht-Kinderkriegen unterhalten und über die Frage des gesellschaftlichen Umgangs mit der Rolle der modernen Frau. Das Interview lesen Sie auf den aktuellen Seiten der ZEIT:Hamburg, am Kiosk oder digital hier.

Auch Bäume haben Stress

Gerade in der Stadt fällt es manchmal schwer abzuschalten. Das geht nicht nur uns Menschen so. Auch das Grün um uns herum reagiert auf Umwelteinflüsse. Die Arbeitsgruppe Ökophysiologie und Stress an der Universität Hamburg untersucht derzeit die Anpassungsfähigkeit von Pflanzen bei unterschiedlichen Umweltbedingungen – und geht dabei auch der Frage nach, welche Pflanze für welchen Standort geeignet ist. Wir haben mit dem Leiter der Arbeitsgruppe, dem Biologen Christoph Reisdorff, gesprochen.

Elbvertiefung: Haben die Hamburger Stadtbäume viel Stress?

Christoph Reisdorff: Vielen geht’s gut, einigen nicht so gut. Je älter die Bäume sind, desto besser geht es ihnen. Probleme haben die unter 50-Jährigen, die mit Bodentrockenheit nicht gut umgehen können.

EV: Wenn wir so auf das Wetter schauen: Vor einer Dürre müssten sich die Bäume hier doch eigentlich nicht unbedingt fürchten …

Reisdorff: Es geht mehr um die Niederschlagsmenge, die in den Boden eindringt. Die nimmt durch zunehmende Bebauung und Bodenversiegelung ab. Dadurch haben auch die Bäume weniger Platz für ihre Wurzeln – wo sie die früher ausbreiten konnten, macht sich jetzt eventuell eine Tiefgarage breit. Kurz: Die Lebenserwartung von Stadtbäumen sinkt …

EV: Müssen wir mit einem massenhaften Baumsterben rechnen?

Reisdorff: Generell muss man sich keine Sorgen machen. Aber die Stressoren – dazu gehört auch zu wenig Platz für die Wurzeln – sind für einige Bäume größer als für andere. Für Winterlinden und den Bergahorn zum Beispiel könnte es in der Stadt in Zukunft eng werden. Das sind Arten, die mit Wasserknappheit nicht gut umgehen. Man nennt ihren Reaktionstyp auch optimistisch.

EV: Bäume können optimistisch sein?

Reisdorff: Nun ja. Sie reagieren zu spät, wenn es knapp wird. Besser machen es da die Pessimisten unter den Bäumen. Etwa die Zerreiche und auch die Stieleiche oder die Gewöhnliche Robinie. Die verringern sehr früh ihren Wasserverbrauch und sind dadurch besser angepasst.

EV: Oje, heißt das, die Pessimisten unter den Bäumen bestimmen in Zukunft unser Stadtbild?

Reisdorff: Stellen Sie sich lieber darauf ein. Wir erarbeiten aktuell eine Zukunftsbaumliste, die dabei helfen soll, künftig den Umständen entsprechend zu pflanzen. Es wird auch weiterhin Baumvielfalt in der Stadt geben, die dann nur eben etwas anders aussehen könnte als heute noch. Künftig muss genau geschaut werden, welcher Baum an den jeweiligen Standort passt. Am Straßenrand sind das zum Beispiel Bäume, die salzresistent sind, mit Trockenheit gut umgehen und allgemein von der Vitalität her gut aufgestellt sind. Und wenn man will, dass Bäume länger leben als 40 Jahre, dann ist auch die Politik gefragt: Wer alte Bäume haben will, muss ihnen Raum geben.

Hamburg jetzt noch sportlicher

Tatsächlich, in Hamburg ist auch nach dem geplatzten Olympia-Traum im Sport Bewegung drin: das Welttour-Finale im Beachvolleyball, die Cyclassics, die Box-WM – die Liste der Sportereignisse ist lang. Und gerade noch länger geworden: Der Deutsche Tennis Bund wird vom 22. bis 28. Oktober zum ersten Mal ein Turnier der International Tennis Federation (ITF) ausrichten. Bei dem internationalen Wettkampf werden in der Verbandshalle die Nachwuchsprofis aufschlagen, unter anderem das Kind dieser Stadt Marvin Möller. Und klar, Sportförderung beginnt nicht bei den Profis, sondern an den Schulen, in den Vereinen, bei den Amateuren. Dafür gibt es den Masterplan Active City: Bis zum Jahr 2024 sollen 50 Millionen Euro zusätzlich in den Breitensport fließen, unter anderem für barrierefreie Hallen in allen Bezirken und für die Modernisierung von Schulsporthallen. Auch der Neubau von Tribünen steht auf dem Zettel, dort, wo viele Turniere gespielt werden, aber zu wenig Platz fürs Publikum ist. "Wir haben geprüft, wo der Druck des Sports besonders hoch ist", sagt Sportstaatsrat Christoph Holstein. Die Geschwister-Scholl-Stadtteilschule in Altona gehört dazu. Aber auch die Handballer und Judokas dürfen sich freuen. Sie bekommen beim Olympiastützpunkt endlich eine neue Halle – Planungen dafür reichen bis in Jahr 2005 zurück. Der Hamburger Sportbund unterstützt die Pläne, arbeitet seit Jahren in enger Abstimmung mit der Stadt. Vor allem in neuen Stadtteilen werde dem Sport oftmals noch nicht angemessen Rechnung getragen, sagt Maarten Malczak, beim Sportbund Referent für Sportpolitik. Und wir träumen immer noch von langen, gut beleuchteten Laufstrecken.

Harte (Film-)Kost

Was heute und morgen zur Langen Nacht der Menschenrechtsfilme im Abaton-Kino gezeigt wird, ist nichts für Zartbesaitete – aber wichtig: Vier preisgekrönte Filme erzählen von verschwundenen Studenten im mexikanischen Iguala, von jugendlichen Flüchtlingen, von einer Klassenreise nach Israel und von vergewaltigten Mädchen und Frauen im Kongo. "Die Filme geben einen unmittelbaren Eindruck. Sie machen nachdenklich", sagt Ines Hilpert-Kruck vom Hamburgischen Anwaltverein, der gemeinsam mit Amnesty International Hamburg, SEGEMI Seelische Gesundheit – Migration und Flucht und den Bahá’í-Gemeinden Hamburg zu den Vorstellungen lädt. "Uns ist wichtig, dass die gezeigten Probleme auf dem Tisch bleiben und diskutiert werden", sagt Hilpert-Kruck. "Denn unter Menschenrechtsverletzungen leiden nicht nur direkt Betroffene, sondern auch nachfolgende Generationen." Kunst mache es möglich, dass Missstände nicht nur aufgezeigt werden, sondern sich auch in den Köpfen verankern und so ein kollektives Bewusstsein für das Unrecht entsteht. Die bevorstehende Bundestagswahl habe bei der Terminwahl keine Rolle gespielt. "Diese Themen sind zu jeder Zeit wichtig, gerade aktuell sind sie aber auch Teil der politischen Diskussion", so Hilpert-Kruck. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Hamburger Justizbehörde. Die mit dem Deutschen Menschenrechtsfilmpreis ausgezeichneten Filmemacher sind bei der Präsentation und dem anschließenden Gespräch anwesend, der Eintritt ist kostenlos. Anmeldungen hier.

Mittagstisch

Bei Karlsons im Garten

 

Um Köttbullar oder dänische Hot Dogs zu bekommen, müssen die Hamburger schon lange nicht mehr unbedingt in ein bekanntes schwedisches Möbelhaus fahren. Das Karlsons ist inzwischen mit zwei Standorten vertreten; im neuen Laden im Grindelviertel auf der schön und ruhig gelegenen Rasenterrasse schmeckt die Ofenkartoffel mit Graved Lachs (7,90 Euro) in der Sonne gleich noch mal so gut. Drinnen im Restaurant, das in den Farben Rot und Weiß eingerichtet ist und wiederum an selbiges schwedisches Möbelhaus erinnert, können skandinavische Lebensmittel, Bücher und Wohnaccessoires erworben werden, in der Theke stehen verführerisch aussehende Kuchen und die berühmten Zimtschnecken – alles ist frisch und selbstgebacken. Kalte Getränke – dänischer Birkensaft und hausgemachte Limonade (Sauerkirsch-Zitrone!) für 2,60/4,60 Euro – und Heißgetränke wie Kaffee von der kleinen Privatrösterei CaféThopia aus Reinbek und schwedischer Kakao komplettieren das Angebot; die freundliche Bedienung und das hübsche Ambiente tragen sehr zur Entspannung bei.

 

Grindel, Karlsons, Rutschbahn 15 a, Mittagstisch Mo–So 12–15 Uhr (am Wochenende reduzierte Auswahl)

 

Christiane Paula Behrend

Was geht

Hamburgs Biber: Das zweitgrößte Nagetier der Welt lebt wieder in Hamburg – am südöstlichen Ende der Stadt. Vor allem abends stehen die Chancen gut, dort ganze Biberfamilien zu entdecken. Der Naturschutzbund lädt ein zum "Biber beobachten in der Borghorster Elblandschaft". Oft leisten dem NagerFledermäuse, Wasser- und Wattvögel Gesellschaft. Mückenschutz einpacken!

Altengammer Hauptdeich 42, Parkplatz, 17–20 Uhr, Anmeldung unter 040/600 387 0

Literarisches Trio: "Lustvoll über fünf belletristische Neuerscheinungen der Saison debattieren", das wollen "März & Moritz & 1 Gast". Die Leiter des Literaturhauses, Ursula März und Rainer Moritz, zerpflücken dieses Mal Buchseiten mithilfe von Katrin Schumacher. Sie leitet seit 2016 das Ressort Literatur / Film / Bühne bei MDR Kultur und ist Kritikerin der 3sat-"Buchzeit". Konfetti!

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, 12 Euro

Diva oder Filmperle? Hamburg schreibt nicht nur Filmgeschichte, in der Hansestadt leben und arbeiten auch unzählige Schauspieler und Regisseure. "Wir finden, dass dem großen Potenzial im Bereich des Mediums Film zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird", ärgern sich die Veranstalter von "Filmszene Hamburg – unterbelichtet?". Sie diskutieren unter anderem mit dem Chef des Abaton-Kinos Matthias Elwardt, der Produzentin Gaby Scheld sowie dem Schauspieler und Regisseur Hark Bohm. Mehr Glanz für die Perle!

Kulturfabrik Kampnagel, Jarrestraße 20, 19.30 Uhr, Eintritt frei

Happy Schimmelreiter: "Aus diesen Blättern steigt der Duft des Veilchens, das dort zu Haus auf unsern Heiden stand, jahraus und -ein, von welchem keiner wußte, und das ich später nirgends wiederfand." Den 200. Geburtstag des großen Theodor Storm feiert das Alleetheater mit einem Mix aus Liederabend und Lesung: Feline Knabe (Mezzosopran),Marius Adam (Bariton) undEttore Prandi (Klavier) musizieren, dazu liest Katharina Schütz unter anderem aus Storms "Immensee" und "Der Schimmelreiter".

Alleetheater, Max-Brauer-Allee 76, 19.30 Uhr, ab 15 Euro

Lyrik am Hafen: Nicht erst seit dem Nobelpreis für Bob Dylan ist klar, dass Songtexte eine ganz besondere Macht entfalten. Doch wie kommen Künstler auf ihre Texte? Steht vor dem Wort die Musik – oder umgekehrt? Zwei junge Singer-Songwriter sprechen und singen im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals: die Hamburger Chansonnière Anna Depenbusch und der Würzburger Hannes Wittmer, der als spaceman spiff und mit seiner Band Otago Lyrik klingen lässt.

Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66, 20 Uhr, 16 Euro

Hamburger Schnack

Ohlstedt, Bushaltestelle. Zwei ältere Damen (um die 70) unterhalten sich über die Enkeltochter der einen: "Und die Kleine, die ist ganz aus der Art geschlagen. Sie ist ja wirklich nett und klug und alles. Aber zum Beispiel von einem Spaziergang bringt sie Brennnesseln und all so was mit, was man angeblich essen kann. Und die Eltern fragen sich natürlich auch: Was haben wir falsch gemacht? Und was sie alles kocht … verrückt! Kennst du Schwarzkohl?" "Nee", antwortet die andere, "ich kenne Weißkohl. Und Rotkohl!"

 

Gehört von Wiebke Austermann

Meine Stadt

Unerwartete Gefahr auf Radwegen © Rainer Neumann

SCHLUSS

Diesmal beenden wir unseren Letter mit einem kleinen Humortest.

Folgende Szene: Ein Mann wirft eine schwarze Tasche auf den Boden und ruft: "Dreißig Sekunden habt ihr alle Zeit. Rennt lieber, wenn euch euer Leben was wert ist!"

Eine Bombe?!

I wo – das Ganze ist ein Scherz. Haha!

Lustig …? Nee, eher nicht, fanden Hamburger Polizei und Staatsanwaltschaft und luden den YouTuber ApoRed vor Gericht. Der nämlich hatte die pseudowitzige Aktion im Juli 2016 durchgezogen, gefilmt, dabei offenbar sämtliche Gehirnzellen abgeschaltet und seinen "prank", um mal im YouTuber-Jargon zu bleiben, ins Netz gestellt – just einen Tag nach dem Terroranschlag von Nizza. Schon dumm genug? Es wird noch besser. Weil ApoRed einen Gerichtstermin am Dienstag sausen ließ, muss er nun in U-Haft. Damit die Zeugen "nicht ein zweites Mal vergebens kommen", sagte die Richterin laut dem Online-Magazin "Playnation". Von wegen YouTube ist nur ein netter Flimmerkanal – ApoRed liefert den Jugendlichen im Netz nun ordentlich Diskussionsstoff in Sachen Humor, Verantwortung und Idiotie.

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

 

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.