Mark Spörrle © Vera Tammen

Guten Morgen,

schlechte Nachrichten für alle, die sich schon die Hände gerieben haben in der kühnen Hoffnung, bereits im kommenden Jahr gebe es im feiertagsarmen Hamburg einen arbeitsfreien, der Erbauung, Erholung und dem Aufräumen dienenden Tag mehr: Der Verfassungsausschuss der Bürgerschaft hat die Beratungen zur Einführung eines zusätzlichen Feiertages auf das kommende Jahr vertagt. Es sei noch unklar, wie das Verfahren über eine Abstimmung laufen solle. Und man sei sich immer noch nicht einig, welcher Tag nun der neue Feiertag werden soll: der Reformationstag, der Tag des Grundgesetzes, der Tag der Befreiung von der Naziherrschaft – oder gar kein Tag, wie die FDP vorschlägt.

Auf die kühne Idee, nicht nur einen, sondern dann in Gottes Namen eben zwei neue Feiertage einzuführen – Bayern hätte dann immer noch viel mehr –, kamen die zaudernden Reformer nicht. Aber wenn es irgendwann tatsächlich einen weiteren neuen Feiertag gibt, sollten FDP-Anhänger die Stirn haben und auf diesen freiwillig verzichten.

"Feiertag" ist auch DER Suchbegriff der Google-Nutzer in Hamburg – nein, liebe FDPler, Sie haben recht, das ist völliger Blödsinn: "G20 Hamburg" war natürlich die Suchanfrage aus unserer Stadt, die laut Google im Jahr 2017 den höchsten Anstieg verzeichnete, wie das Unternehmen gestern bekannt gab. Deutschlandweit war "WM Auslosung" der Suchbegriff des Jahres. Bei den Fragen allerdings, die in das Suchfeld eingetippt oder an die Sprachassistenten gestellt wurden, dominierte nach Angaben des Internetkonzerns wiederum der G20-Gipfel: bei den "Was-Fragen" in der Formulierung "Was ist der G20-Gipfel?", bei den "Warum-Fragen" in der Ausprägung "Warum gegen G20?". (SIE haben das, sofern Sie es nicht ohnehin längst wussten, sicher in seriösen Medien wie bei uns nachgelesen.)

Konkrete Zahlen, wie häufig ein Begriff abgerufen wurde oder auch nur in welchem Ausmaß er zulegte, gab der US-Konzern allerdings nicht bekannt.

Elbvertiefungs-Urteile: Auf ein Neues, nächsten Dienstag

Wollen da ein paar Juristen kurz vor Weihnachten die Spannung hoch halten? Jedenfalls hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gestern entschieden, die Urteile über die (in dieser Runde) letzten vier Klagen gegen die Elbvertiefung (ja, genau, die andere …) am kommenden Dienstag bekannt geben zu wollen. Die Fahrt nach Leipzig erneut antreten werden dann Hamburger Privatleute, allesamt Elbanrainer, die geklagt hatten, weil aus ihrer Sicht die Folgen der Flussvertiefung für die Sicherheit des Ufers, die Lärmbelastung und die Flutrisiken nicht richtig eingeschätzt worden seien. Auch ein geplantes Leuchtfeuer war Teil der für gestern angesetzten Verhandlungen. Doch falls Sie jetzt denken, dass der Weg für die Rinnenvertiefung noch vor Weihnachten frei werden könnte – das ist nicht der Fall, selbst dann nicht, wenn das Bundesverwaltungsgericht am Dienstag den Beklagten recht geben würde. Erst müssen die Planer bis zum Frühjahr noch beim Umweltschutz Verbesserungen vornehmen – woraufhin die Umweltverbände wiederum klagen könnten …

Ab 2018 wird die "Destination Hamburg" gemanagt!

Dass Hamburg allmählich etwas tun muss, um den wachsenden Tourismus verträglich für alle Beteiligten zu gestalten, ist bekannt. Sogenanntes Destination-Management soll nun die Lösung sein. Genau dieses soll ab 2018 eine neue Abteilung der Hamburg Tourismus GmbH (HHT) betreiben. Vorrangiges Ziel: die Verteilung von Touristen. Und: die Entzerrung von Großveranstaltungen – um irgendwie die Bedürfnisse von Touristen und Bevölkerung in der Balance zu halten. Wie die zu ermitteln sind, dafür lieferte der Zukunftsrat Hamburg jüngst eine Idee, indem er ein Tourismusgremium mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Anwohnern vorschlug. Das sei noch nicht spruchreif, sagt uns Jochen Menzel vom Zukunftsrat, begrüßt aber die HHT-Pläne: "Es ist sehr gut, dass man sich dort des Themas nachhaltiger Tourismus annimmt." Die Hansestadt tue gut daran, früher als andere Touristenmetropolen zu handeln, befindet auch ZEIT:Hamburg-Autorin Aline Wanner. Schließlich wolle man, was die Zahlen angeht, näher an Städte wie Venedig, Barcelona oder Amsterdam rücken – "ohne die Fehler zu begehen, die dort zu Protesten geführt haben". Wie die Stadt ihr Ziel, die jährlichen Übernachtungen bis 2025 fast zu verdoppeln, erträglich für alle, auch die Hamburger, erreichen will, wie die Chancen dafür stehen und welche Rolle Harburg dabei spielt, lesen Sie in der aktuellen ZEIT:Hamburg, am Kiosk oder digital.

Abgasskandal: Umwelthilfe kassiert juristische Niederlage

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gestern eine juristische Niederlage einstecken müssen – im Kampf für das Fahrverbot alter Dieselautos. Vor dem schleswig-holsteinischen Verwaltungsgericht scheiterte die DUH mit Klagen gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Der Vorwurf: Das KBA habe nicht konsequent für die Stilllegung von Fahrzeugen mit Dieselmotoren von Opel und VW mit unzulässigen Abschalteinrichtungen für die Abgasreinigung gesorgt. Aber zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema kam es gar nicht, da die dritte Kammer des Gerichts urteilte, die DUH als anerkannter Umweltverband könne zwar grundsätzlich klagen – aber nicht in diesem Vorhaben. Die Befugnis ließe sich weder aus dem Umweltrechtsbehelfsgesetz noch aus dem Europa- beziehungsweise Völkerrecht herleiten. "Dass weder ein von Dieselabgasen betroffener Bürger noch ein Umweltverband berechtigt ist, die Zulassungspraxis des Kraftfahrtbundesamts vor Gericht zu bringen, ist der Offenbarungseid des Rechtsstaats", quittierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch das Urteil. "12.860 Menschen sterben jedes Jahr vorzeitig an den Folgen des Dieselabgasgiftes Stickstoffdioxid." Allerdings ließ das Gericht eine sogenannte Sprungrevision zu. Dadurch müsste sich in nächster und letzter Instanz das Bundesverwaltungsgericht der Klage annehmen. Die DUH forderte die Bundesregierung auf, den Weg dafür frei zu machen. Mal sehen, was der kommissarische Verkehrsminister Christian Schmidt, CSU, dazu sagt.

Den Heringen geht’s an den Kragen

Im kommenden Jahr darf mehr Meeresgetier aus der Nordsee geholt werden als bisher. Das haben die Verhandlungen der EU-Minister zu den Fangmengen ergeben. Vor allem den Heringen geht’s an den schuppigen Kragen. Ihre erlaubte Fangmenge steigt um 25 Prozent, das entspricht einer Menge von insgesamt rund 64.700 Tonnen. Auch Seelachs und Kabeljau werden 2018 öfter in den Netzen zappeln; von Makrelen und Schollen hingegen dürfen die Fischer nur noch geringere Mengen einholen. Aale bekommen eine dreimonatige Schonfrist. Die Fischer freuen sich, der Bundeslandwirtschaftsminister – es ist derselbe Christian Schmidt, CSU, der derzeit auch den Verkehrsminister gibt (und der neulich im Alleingang den Weg für das Breitband-Pestizid Glyphosat frei machte) – ist zufrieden. Und die Umweltschützer sind enttäuscht. Herrscht bald gähnende Leere in den deutschen Meeren? "Das Problem mit der Überfischung löst sich aktuell gut, die Bestände erholen sich", meint Gerd Kraus, Leiter des Thünen-Instituts für Seefischerei in Hamburg, das für die Bundesregierung forscht. Die neue Quotenfestlegung entspräche dem Prinzip der Nachhaltigkeit. In den allermeisten Fällen lägen die Entscheidungen nahe an den wissenschaftlichen Empfehlungen und seien aus seiner Sicht vertretbar. Eine Einschätzung der Umweltschützer teilt er allerdings – die in Sachen Aale. Dass die Minister dem wissenschaftlichen Ratschlag, einen Fangstopp zu verhängen, nicht nachgekommen seien, sieht auch er kritisch. "Es müsste ein langfristiges Fangverbot ausgesprochen werden, bis sich eine Erholung des Bestands zeigt", sagt er. Ansonsten handele es sich um ein "hoffnungsloses Unterfangen".

Auf welche Fische Verbraucher zugunsten des Meeresschutzes lieber verzichten sollten und welche Arten guten Gewissens auf dem Festtagsteller landen können, hat der WWF im Online-Fischratgeber hier zusammengefasst, die Greenpeace-App für nachhaltigen Fisch kann hier heruntergeladen werden.

Warum Aurubis Profisport lieber nicht mehr sponsert

 Wenn ein Sponsor wegbricht, verheißt das für eine Sportmannschaft meist nichts Gutes. Ganz so schlimm kam es für die Hamburger Volleyballerinnen vom VT Aurubis nicht, als sich der gleichnamige weltweit agierende Kupferkonzern im März 2014 als Geldgeber zurückzog. Die Spielerinnen machen inzwischen ihre Aufschläge als Volleyball Team Hamburg zwar nicht mehr in der Ersten, sondern in der Zweiten Bundesliga – aber: Sie sind am Ball geblieben. Und auch beim ehemaligen Sponsor gingen die Geschäfte weiter. Knapp vier Jahre nachdem das Unternehmen unter anderem das schwierige wirtschaftliche Umfeld und wachsende Unsicherheiten als Gründe dafür genannt hatte, die Förderung des Profisports einzustellen, hat Aurubis (ehemals Norddeutsche Affinerie) seinen Gewinn deutlich auf 298 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016/2017 vor Steuern gesteigert – 85 Millionen mehr als im Vorjahr. Zuträglich seien unter anderem die gute Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten und die deutlich höheren Raffinerielöhne für Altkupfer gewesen, zudem ein Effizienzsteigerungsprogramm. Man will nun investieren und Arbeitsplätze schaffen. Dürfen auch Hamburger Sportler jetzt wieder auf Support hoffen? "Sponsoring im Profisportbereich machen wir nach wie vor nicht mehr", sagt Aurubis-Pressesprecherin Michaela Hessling und erzählt von der Förderung des Publikumsorchesters der Elbphilharmonie oder des Wilhelmsburger Projekts Bridge and Tunnel. Anstatt viel Geld in eine Sportmannschaft zu pumpen, unterstütze das Unternehmen nun flächiger. "Wir sind ja keine reine Hamburger Kupferbude mehr, wir arbeiten inzwischen weltweit", sagt sie. Das Unternehmen entwerfe derzeit ein Konzept für internationales Sponsoring. Fällt damit auch die Aurubis-Finanzierung von sozialen Projekten in Hamburg bald flach? Hessling beruhigt: "Im Vergleich zu anderen Standorten machen wir in Hamburg noch am meisten."

Altes ganz neu auf die Ohren

Weihnachten ist, wenn "Last Christmas" von Wham! in Endlosschleife aus den Boxen tönt? Mag sein, der Evergreen gehört inzwischen schon beinahe ebenso zum Kanon der Weihnachtslieder wie "O Tannenbaum" und "Stille Nacht, heilige Nacht". Aber auch Tradition verträgt manchmal einen modernen Anstrich. Und ab und zu entsteht dabei etwas ganz Besonderes, wie das Stück, das 13 Bands aus der ganzen Welt gemeinsam – und doch Tausende Kilometer voneinander entfernt – für ein Video der Plattform Sofaconcerts aufgenommen haben: ihre Interpretation des Christmas Carols "Angels We Have Heard on High". Armando Quattrone bringt vor einer Pizzeria in Kalabrien ein A-cappella-Ständchen, Joel Havea singt seinen Part Gitarre spielend auf Indiens Straßen ein, und die Band FÆM erzeugt einen Soundteppich mit Mülltonnen und Gläsern im raren Hamburger Schnee. Mit Aufnahmen anderer Musiker aus der ganzen Welt entstand eine Synthese aus Musikstilen, Sprachen und den individuellen Sounds der Bands. Klingt schräg, fügt sich aber zusammen, als hätten alle das Lied gemeinsam einstudiert. Hören Sie selbst.

Mittagstisch

Essen und integrieren

Beim Speisen etwas für die Integration sogenannter schwer in den Arbeitsmarkt zu Vermittelnder tun – das kann man im Café Max B. Seit bald 20 Jahren beschäftigt es Menschen, "die vielleicht etwas ausführlicher nachdenken und/oder solche, die schon eine filmreife Vergangenheit hinter sich haben", wie es auf der Homepage blumig heißt. Und ja, man hat schon souveränere Kellner gesehen: Beim Betreten des bereits gut gefüllten Lokals empfängt dieser die neuen Gäste spürbar gestresst und warnt als Erstes vor der absehbaren langen Wartezeit – die sich dann aber als absolut akzeptabel erweist. Es gibt eine reichhaltige Auswahl an Speisen, von Suppe über Salat und Quiche bis zu Fisch-, Nudel- und Fleischgerichten. Die am Testtag bestellte Gänsekeule in Orangensauce mit Rotkohl (12,90 Euro) war in Ordnung, die dazu gereichten Röstkartoffeln etwas fad. Die Königsberger Klopse mit Reis (7,90 Euro) gefielen sehr gut, das dazugehörige Tiefkühlgemüse weniger. Fazit: Man kann für sein Geld besser essen, aber selten gleichzeitig eine unterstützenswerte Sache fördern.

Café Max B; Altona, Max-Brauer-Allee 166, Küche ab 12 Uhr

Thomas Worthmann

FairSchenken

Türchen 10

Gäste sind gern gesehen, aber nicht immer ist in den eigenen vier Wänden Platz (für die Schwiegermutter). Verschenken Sie deshalb einen Gutschein für das Stadthaushotel in Altona.

Das "erste Integrationshotel Europas" beschäftigt Mitarbeiter mit und ohne Behinderung. Einige leben in einer Wohngemeinschaft über dem Hotel, alle haben unbefristete Arbeitsverträge. Hier gelten die Standards normaler Domizile, aber auch Hilfe "von Behinderten für Behinderte" ist Teil des Konzepts. Als Unternehmen der gemeinnützigen "jugend hilft jugend-Arbeit" sorgt das Haus für die berufliche und soziale Integration Betroffener.

Zugriff

Benefiz mit Orgel: Die Willi-Peter-Orgel soll nicht nur engelsgleich klingen, sondern auch himmlisch aussehen. In der Hauptkirche St. Nikolai aber ist sie aktuell kaum mehr bespielbar; ganze Register und die Elektronik sind verschlissen. Um das Instrument erneut erstrahlen zu lassen, ist eine Riesensumme nötig. Ausnahmeorganistin Iveta Apkalna ruft nun zu Spenden auf: Im Benefizkonzert spielt sie kommendes Jahr Werke von Johann Sebastian Bach bis Philipp Glass – und das im populärsten Heiligtum Hamburgs, der Elbphilharmonie. 

Elbphilharmonie, Platz der Deutschen Einheit 4, 23. Februar, 23 Uhr, ab 50 Euro

Was geht

Jung trifft Alt: Wie ein Musiker lebenslang am Puls der Zeit bleiben kann, zeigt der 73-jährige Vibrafonist David Friedman mit seinem Generations Trio. Zusammen mit dem Bassisten Oliver Potratz (mittelalt) und dem Schlagzeuger Tilo Weber (jung) zeigt der Altmeister, worauf es beim Jazz ankommt: Innovation und Tradition immer neu zu verbinden.

Halle 424, Stockmeyerstraße 43, 19 Uhr, 15 Euro

Advent, Advent: Getreu dem Motto "Alle Jahre wieder" veranstaltet die Hamburger Autorenvereinigung eine weihnachtliche Lesung in der Seniorenresidenz. Die Texte versprechen Vergnügliches und Besinnliches. Musik auf Gitarre und Geige spielt dazu das Duo Em Puerto.

Bethanien-Höfe Eppendorf, Martinistraße 41–49, 19.30 Uhr

Düstere Zeiten: "Drohnen", "Schwarz" und "November" heißen einige der Songs der Rockband Klez.e. Nach acht Jahren Pause legten die Berliner Anfang des Jahres mit "Desintegration" ein neues Studioalbum vor. Für alle, die keine Lust auf vorweihnachtliche Dudelei haben.

Hafenklang, Große Elbstraße 84, 21 Uhr, 16 Euro

Tipps für Kids

Mini: Der Vater kauft eine lebendige Gans, die an den Feiertagen als Braten auf den Tisch kommen soll und bis dahin im Keller wohnt. Dort versorgen sie die Kinder – und haben bald ganz andere Pläne. "Die Weihnachtsgans Auguste" ist ein turbulentes Stück frei nach Friedrich Wolf und für Geflügelfreunde ab vier Jahren geeignet.

Hamburger Puppentheater, Bramfelder Straße 9, So, 10 und 15 Uhr, ab 6 Euro

Midi I: Weihnachtliche Märchen zu den vier Elementen erzählt Karin Ulex unter dem Titel "Fest wie die Erde und leicht wie die Luft" – und spaziert mit ihren Zuhörern durch die verschiedenen Räume des Biosphaeriums, wo unter anderem Elbfische und Biber wohnen. Für Familien mit Kindern ab fünf Jahren.

Biosphaerium Elbtalaue, Schloßstraße 10, Bleckede, Fr, 15 Uhr, 5 Euro

MiniMidiMaxi: 15 musikalisch und künstlerisch begabte Kinder unterstützt der Verein Klassische Musik und Kultur für Kinder seit September. Jetzt zeigen die Klassiksternchen, was sie können. Bei einem Weihnachtskonzert spielen sie Bach, Mozart, Pleyel und Bartók. Süßer die Glocken nie klingen!

Zentralbibliothek, Hühnerposten 1, Sa, 16 Uhr, Eintritt frei

Hamburger Schnack

Es schneit. Beim Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt hüpfen die Wartenden von einem Bein aufs andere, reiben sich die Hände. "Zehn Zentimeter sollen es heute noch werden", erklärt ein junger Mann seinen Begleitern, "ich weiß überhaupt nicht, wie ich da morgen zur Arbeit kommen soll." Die Umstehenden grinsen. "Ich meine, da braucht man doch sicher Ketten für die Reifen?!", plappert er weiter. Erzählt von Streufahrzeugen, die den Schneemassen nicht hinterherkommen, Oberschenkelhalsbrüchen und Stillstand im Bahnhof. Die Begleiter feixen. "Ah, du bisch au nia siadlicher als Hannover kimme?", fragt endlich einer in deutlich süddeutschem Sprachduktus. "Bei uns zieh’ma bei so’m Wetter noch allweil die kurz Bux oa – Schniaketta, bisch’d scho bsoffa?!" Alles lacht.

Gehört von Leon Schweiger

Meine Stadt

Weihnachtliches Wettleuchten, Teil 3: Es ist aber auch verwirrend – erst Frühlingsblüten, dann Schneegestöber. An der Hummelsbütteler Landstraße nimmt man es mit Humor und findet einen gelungenen Kompromiss. © Willi Winkelmann

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

 

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.