Binz (dpa) - Die Justizminister der Länder wollen das Stiftungsrecht in Deutschland modernisieren. Darauf einigten sie sich bei ihrer Konferenz am Mittwoch in Binz auf Rügen. Nach Angaben eines Sprechers der Hamburger Justizbehörde, von der die Initiative ausgegangen war, sollen Stifter künftig den Zweck ihrer Stiftung zu Lebzeiten ändern können. Das sei bisher praktisch unmöglich. Zudem werde eine größere Flexibilität bei der Bildung von Rücklagen angestrebt. Im Rahmen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe würden nun konkrete Regelungsvorschläge erarbeitet.

Stiftungen sollen in dem Zuge auch transparenter werden. Hamburgs Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) will den Angaben zufolge erreichen, dass Stiftungen mit jährlichen Erträgen von mehr als 250 000 Euro ihren Jahresabschluss im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen müssen. Zudem soll die Vergütung der Vorstände künftig in der Stiftungssatzung geregelt werden. Die Minister tagen noch bis Donnerstag in Binz.