Hamburg (dpa) - EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) ist besorgt über einen zunehmenden Zerfall Europas. "Alle sehen sich zunächst einmal als Opfer. Nationale Egoismen wachsen. Schulden werden als Schuld gesehen", sagte Schulz beim Wirtschaftsforum der Wochenzeitung "Die Zeit" am Donnerstag in Hamburg. "Das ist nicht die Idee von Europa. Wir sind viel zu vernetzt, als dass wir uns so ein Denken noch leisten könnten." Aus wirtschaftlicher Verzweiflung wählten aber immer mehr Menschen radikale Parteien mit nationaler Propaganda. Das Investitionsprogramm mit 300 Milliarden Euro, das Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgeschlagen hatte, sei daher wichtig, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.