Hamburg (dpa/lno) - Der tagelange Dauerregen hat der Feuerwehr in Hamburg und Schleswig-Holsteins kurz vor Weihnachten viele Einsätze beschert. Im Nordosten Hamburgs mussten die Einsatzkräfte mehrere Häuser mit Sandsäcken gegen Überflutungen schützen. In Poppenbüttel drohte am Dienstag ein Bach ein Haus am Alsterlauf zu überschwemmen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Die Helfer mussten mehr als 150 Sandsäcke auslegen.

Schon am Montag hatte es zwei ähnliche Einsätze für die Saseler Feuerwehrwache gegeben. Mehrere Grundstücke und Keller waren durch den angeschwollenen Bach Lottbek in Gefahr geraten. An anderer Stelle in Sasel musste die Feuerwehr mehrere tiefer gelegene Häuser mit Sandsäcken gegen das Oberflächenwasser schützen. Von Montagmorgen bis Dienstagmittag zählte die Feuerwehr gut 90 wetterbedingte Einsätze in Hamburg.

Auch in Schleswig-Holstein waren Feuerwehren und Technisches Hilfswerk im Dauereinsatz. In Winsen im Kreis Segeberg drohte eine Kieskuhle vollzulaufen, in Satrup im Kreis Schleswig-Flensburg das Becken eine Klärwerkes. In Brunsbüttel blieb die Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals kurzzeitig geschlossen, um das Regenwasser in die Elbe ablaufen zu lassen.

Wegen des tagelangen Dauerregens galt weiterhin eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). "Hamburg und Schleswig-Holstein sind Hauptgebiete der Niederschläge", sagte am Dienstag der Meteorologe Lars Kirchhübel. Bis Mittwochmorgen würden in der Region weitere 20 Liter Regen erwartet, sagte er.

Dabei war es dort bereits am Dienstag extrem nass. Spitzenreiter war Wittenborn im Kreis Segeberg. Dort fielen nach Angaben des DWD binnen 24 Stunden 53 Liter pro Quadratmeter. In Sprenge (Kreis Steinburg) und Quickborn (Kreis Pinneberg) waren es je 47 Liter, in Lübeck-Blankensee 45 Liter. In Hamburg-Fuhlsbüttel wurden 36 Liter gemessen. Allerdings hellte sich der Himmel in der Hansestadt stellenweise auf und der Regen ließ nach. Ein Feuerwehrsprecher war sich dennoch sicher: "Einen Waldbrand können wir ausschließen."