Kiel (dpa/lno) - Die von Grünen geführten Umwelt- und Energieministerien in neun Ländern fordern von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Korrekturen an seinen Plänen für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Der geplante Systemwechsel hin zu Ausschreibungsmodellen dürfe die sehr hohe Zustimmung in der Bevölkerung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht gefährden, heißt es in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dies habe Gabriel bisher nur unzureichend berücksichtigt, monieren die Ressortchefs aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen.

Gabriels Vorschlag, nur kleine Anlagen mit einer installierten Leistung unter 1 Megawatt von der Ausschreibungspflicht auszunehmen, sei nicht geeignet, den Erhalt der Bürgerenergie zu gewährleisten, argumentieren die Minister. Die hiervon erfassten Anlagengrößen spielten in der Praxis in Deutschland kaum eine Rolle. Die Minister forderten Gabriel auf, zugunsten der "Bürgerenergie" und kleinerer Investoren weitergehende Ausnahmen bis zu Anlagen mit 6 Megawatt zuzulassen.