Hamburg (dpa/lno) - Vor dem Hamburger Landgericht wird heute der Prozess um einen blutigen Streit im Rotlichtmilieu fortgesetzt. Eigentlich hatte das Urteil bereits Ende August verkündet werden sollen, doch ein Zwillingsbruder des 35 Jahre alten Angeklagten hatte das in letzter Minute verhindert. Er erklärte sich per Fax zu einer Aussage bereit.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchte räuberische Erpressung, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll Ende März vergangenen Jahres aus nächster Nähe mehrmals auf einen damals 29-Jährigen geschossen und ihn schwer verletzt haben. Hintergrund der Tat im Stadtteil Marienthal soll ein Streit um eine Prostituierte gewesen sein.

In dem Fax behauptete der Zwilling, sein Bruder sei unschuldig. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wird erwartet, dass er am Montag zum Prozess erscheint und als Zeuge vernommen wird. Der Prozess läuft seit fast einem Jahr.