Hamburg (dpa/lno) - Martin Schulze Wessel, der Vorsitzende des deutschen Historikerverbandes, hält den neuen Populismus in Deutschland für eine "besorgniserregende Erscheinung". "Es ist höchst problematisch, wenn bestimmte Strömungen - ich meine jetzt nicht Parteien - das Volk für sich reklamieren und damit bestimmte Minderheiten im Volk ausschließen wollen", sagte Schulze Wessel der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg auf dem bis Freitag dauernden 51. Deutschen Historikertag. Ein Auseinanderbrechen der politischen Mitte und eine Entwicklung wie in der Weimarer Republik befürchtet er trotz des jüngsten Berliner Wahlergebnisses nicht: "Das ist gefährlich, aber ein Vergleich mit der Weimarer Republik geht zu weit."