Hamburg (dpa) - Für seine hartnäckigen Doping-Recherchen im internationalen Sport ist der Journalist Hajo Seppelt in diesem Jahr erneut ausgezeichnet worden. Er erhielt am Mittwoch in Hamburg den mit 5000 Euro dotierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, der an den gleichnamigen früheren "Tagesthemen"-Moderator erinnert.

Gerührt und unter Tränen nahm Seppelt den Preis entgegen: "Ich hätte niemals in meinem Leben gedacht, dass ich irgendwann mal hier stehen würde." Ihn habe interessiert, was hinter den Kulissen des Sports passiere. Sport als Unterhaltung habe ihn gelangweilt. Sportmoderator Marcel Reif mahnte die Branche "eine klare Sicht und den Sport in seiner Gesamtheit zu begreifen - nicht nur das Glitzern".

Der Doping-Experte wurde ausgewählt, weil er nach Auffassung der Jury "Licht ins Dunkel mächtiger internationaler Dopingnetzwerke" bringt und "heftigen Widerstand von internationalen Sportorganisationen, Funktionären und Verkäufern glitzernder Großereignisse" provoziert.

Für seine Sportsendungen "Geheimsache Doping. Im Schattenreich der Leichtathletik" und "Wie Russland seine Sieger macht" (beide ARD) war Seppelt in diesem Jahr bereits der Deutsche Fernsehpreis (Kategorie Sportsendung) zuerkannt worden. Ganz im Sinne von Friedrichs (1927-1995), einst Chef der ZDF-Sportredaktion, vermeide Seppelt (Jahrgang 1963) jegliche Kumpanei zwischen Journalisten und Sportlern, ergänzte die Friedrichs-Preis-Jury. Es sei der große Verdienst von Seppelt, "dass der Sport ein Stück weit sauberer und transparenter geworden ist", lobte WDR-Intendant Tom Buhrow.

Der mit 2500 Euro dotierte Sonderpreis ging an den Moderator des Nachrichtenmagazins "ZiB 2" des Österreichischen Rundfunks (ORF), Armin Wolf. In seinen gelassen-hartnäckigen Interviews zeige er "unbestechliche journalistische und persönliche Unabhängigkeit", urteilte die Jury.

Preisträger 2016