Hamburg (dpa/lno) - Die Holocaust-Überlebende und unermüdliche Mahnerin vor den Gefahren des Rechtsextremismus, Esther Bauer, ist tot. Die gebürtige Hamburgerin starb am vergangenen Samstag in New York im Alter von 92 Jahren, wie der Leiter der theaterpädagogischen Abteilung im Thalia-Theater, Herbert Enge, am Montag in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Beisetzung sei für diesen Montag ebenfalls in New York vorgesehen.

Esther Bauer war mit ihrer Familie im Sommer 1942 zunächst nach Theresienstadt deportiert worden, kam dann in die Konzentrationslager Auschwitz und Mauthausen. Nach dem Krieg wanderte sie in die USA aus und ließ sich in New York nieder. Seit den achtziger Jahren trat Esther Bauer an zahlreichen Schulen und Universitäten in den USA und in Deutschland auf. Außerdem nahm die Bundesverdienstkreuzträgerin an Gedenkveranstaltungen in ehemaligen Konzentrationslagern teil.

Das Thalia-Theater zeigt bereits seit 2007 immer wieder das auf die 1924 in Hamburg-Eppendorf geborene Tochter des Schuldirektors Alberto Jonas und der Ärztin Marie-Anna Jonas zugeschriebene Stück "Das ist Esther" von Christiane Richers. Die nächste Aufführung ist an diesem Dienstag im Alberto-Jonas-Haus vorgesehen, wo ihr Vater damals die jüdische Töchterschule leitete.