Hamburg (dpa) - Der "Aufbruch in den Raum" steht im Mittelpunkt einer Ausstellung zur zeitgenössischen Grafik in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle. Von Donnerstag an bis zum 21. Mai sind Werke von rund 80 Künstlern zu sehen, die seit den 1960er Jahren die Grenzen der Zeichnung radikal erweitert haben. "Dabei liegt der Fokus vor allem auf Arbeiten, die sich durch die Expansion in den realen Raum, als temporär geschaffene Wandzeichnung oder als programmierte Zeichnung, die nur im virtuellen oder imaginären Raum existiert, auseinandersetzen", sagte Kuratorin Petra Roettig am Mittwoch.

Im Werk des Künstlerduos Carolin Jörg und Michael Fragstein beispielsweise "verflüssigen" sich Tuschezeichnungen mit Hilfe von Apps und beziehen die Betrachter unmittelbar in den Zeichnungs- und Aktionsprozess ein. Netzwerke wie Bettina Munks Internet-Plattform "Lines Fiction" laden Künstler ein, ihre Zeichnungen und bewegten Bilder online zu präsentieren. Neben Rauminszenierungen und eigens für die Ausstellung angefertigten Wandzeichnungen werden Werkserien wie Bernhard Johannes Blumes 80-teiliger Zyklus "Natur A-D" (1992-1995) oder Sylvia Bächlis collageartige Folge "Ammassalik" (1995) präsentiert.

Hamburger Kunsthalle