Mexiko-Stadt (dpa/lno) - Monatelang hat die Hamburger Fotografin Anja Jensen die "Cabronas" (Teufelsweiber) von Tepito mit der Kamera begleitet. Entstanden sind intime Porträts der starken Frauen, die in einem der gefährlichsten Viertel von Mexiko-Stadt jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen. "Es gibt keinen Menschen in Tepito, der nicht mit Gewalt konfrontiert ist", sagt Jensen. Sie selbst bewegte sich unter dem Schutz der "Cabronas" durch das Barrio. Dennoch wurde das Team überfallen und bedroht.

Tepito liegt nur wenige Kilometer vom historischen Zentrum der mexikanischen Hauptstadt entfernt und doch ist es eine andere Welt. In dem Viertel, das aus 72 Häuserblocks besteht, herrschen Armut, Kriminalität und Gewalt. Auf den Märkten werden Hehlerware, Raubkopien und gefälschte Markenprodukte verkauft.

Im Rahmen des deutsch-mexikanischen Jahrs zeigt Jensen ihre Ausstellung "Ciudadanas - Caminamos a oscuras" (Bürgerinnen - Wir laufen im Dunkeln) über die starken Frauen von Tepito in Mexiko-Stadt. Zu sehen ist zum Beispiel Leticia Ponce mit ihrer Enkelin vor einem Graffiti ihres getöteten Sohns. "Das ist ein Bild, das sich einbrennt", sagt Jensen.

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Anja Jensen