Hamburg (dpa/lno) - Wegen der Unregelmäßigkeiten bei Behandlungsunterlagen von Transplantationspatienten ist die Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in der Bürgerschaft in die Kritik geraten. "Es schaukelt sich auf - zu einem mittleren Skandal", sagte die CDU-Abgeordnete Birgit Stöver am Donnerstag im Gesundheitsausschuss. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hätten auf das Problem eher aufmerksam werden müssen. Prüfer-Storcks wollte die Lage nach Bekanntwerden der Vorwürfe nicht bewerten. Zunächst müsse die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abschließen. "Die Situation ist absolut unbefriedigend, aber ich werde mich hüten, das Wort Skandal in den Mund zu nehmen", sagte die Senatorin.

Am 13. Oktober hatte die Prüfungs- und Überwachungskommission einen Bericht zu Lungentransplantationen im UKE und in der kooperierenden LungenClinic Großhansdorf vorgelegt. In 10 von 25 Fällen zwischen 2010 und 2012 hatte die Kommission von Krankenkassen-Spitzenverband (GKV), Krankenhausgesellschaft und Bundesärztekammer Unregelmäßigkeiten beanstandet, wie Prüfer-Storcks sagte. Sieben Patientenakten der Klinik Großhansdorf waren nicht mehr auffindbar.

Kommissionsbericht