Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess gegen einen mutmaßlichen PKK-Funktionär wird heute das Urteil des Staatsschutzsenats am Oberlandesgericht Hamburg erwartet. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 60-Jährigen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Unter dem Decknamen "Besir" soll der Angeklagte zwischen August 2014 und März 2015 im Raum Bremen Spenden- und Beitragssammlungen zugunsten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) geleitet haben. Er habe zudem Parteiveranstaltungen organisiert und sei als Streitschlichter im sozialen Leben der kurdischstämmigen Bevölkerung präsent gewesen. Von März 2015 bis zu seiner Verhaftung Ende Juni 2016 habe der 60-Jährige das PKK-Gebiet Kassel geleitet.

Die Bundesanwaltschaft hat eine Strafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung gefordert. Die Verteidigung sprach sich für eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten aus, ebenfalls zur Bewährung. Anfang August hatte dasselbe Gericht einen anderen Funktionär der kurdischen Arbeiterpartei zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.