Ottendorf-Okrilla/ (dpa/sn) - Bei einem Warnstreik haben am Dienstag die Mitarbeiter am Standort Ottendorf-Okrilla (Kreis Bautzen) des Sensorenherstellers Sick AG gleichen Lohn an allen deutschen Standorten gefordert. Nach Angaben der IG Metall folgten 120 Mitarbeiter dem Aufruf der Gewerkschaft. Deren Ziel sei es, den Flächentarifvertrag Metall-Elektro der IG Metall Baden-Württemberg auch für das sächsische Tochterunternehmen einzuführen. "26 Jahren nach der Wende muss Schluss mit dem Billig-Standort in Ostsachsen sein", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostsachsen, Jan Otto. Die Sick AG werde auch in diesem Jahr Gewinn machen.

Das Unternehmen habe ein Kompromissangebot vorgelegt, erklärte eine Sprecherin der Sick AG. Dies sehe die Einführung des Tarifs Südbaden am Standort Ottendorf-Okrilla mit Koppelung an die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts vor. "Eine schnellere Anpassung der Entgeltlinien ist nicht finanzierbar, ohne Arbeitsplätze am Standort zu gefährden", sagte sie.

Die Tarifverhandlungen sollen am 13. Dezember am Hauptsitz des Unternehmens in Waldkirch (Landkreis Emmendingen) fortgesetzt werden. Die dritte Verhandlungsrunde war am 28. Oktober in Frankfurt/Main ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Sick AG mit mehr als 8000 Mitarbeitern hat unter anderem Niederlassungen in Hamburg, Meersburg und Düsseldorf sowie Tochtergesellschaften in aller Welt. Das Unternehmen erzielte 2015 nach Konzernangaben einen Umsatz von knapp 1,3 Milliarden Euro.​

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