Hamburg/Saarbrücken (dpa) - Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat sich für eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen. "Sowohl zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger wie zum Schutz von Einsatzkräften ist eine Erweiterung der Überprüfungspraxis im waffenrechtlichen Erlaubnisverfahren dringend geboten", sagte Grote den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Eine Regelabfrage der zuständigen Behörden beim Verfassungsschutz solle zur Pflicht werden, bevor ein Waffenschein gewährt oder verlängert wird - das geht aus einem Beschlussvorschlag von Grote für die Innenministerkonferenz in Saarbrücken hervor, der den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorliegt. Die Behörden sollen Kenntnis darüber erhalten, "ob eine Person, die eine Waffe besitzt oder den legalen Besitz einer solchen anstrebt, als Extremist eingestuft wird", heißt es in dem Papier.

"Es müssen alle rechtlichen Spielräume ausgeschöpft werden, um den Waffenbesitz von Extremisten zu verhindern", sagte Grote. "Der tragische Fall aus Bayern, bei dem ein Polizeibeamter von einem mutmaßlichen sogenannten Reichsbürger erschossen wurde, führt uns diese Notwendigkeit einmal mehr schonungslos vor Augen."